Samtgemeinde Tostedt
Für blühende Vielfalt - Bauhof, Umweltabteilung und Naturschützer kooperieren
- Freuen sich über das gelungene Blühprojekt (v. li.): Klaus Meinecke (Bauhof Samtgemeinde Tostedt), Christoph Büll (Umweltabteilung der Samtgemeinde) und Karsten Müller vom Arbeitskreis Naturschutz
- Foto: bim
- hochgeladen von Bianca Marquardt
"Die Versuchsstrecke an der Weller Moorstraße hat sich hervorragend entwickelt", freut sich Karsten Müller vom Arbeitskreis Naturschutz (AKN) Tostedt und meint damit das "Pilotprojekt Wegerandpflege". In Absprache mit dem Landwirt sowie in enger Kooperation mit der Umweltabteilung und dem Bauhof der Samtgemeinde Tostedt wird auf einer Länge von rund 450 Metern an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Welle und Wesseloh untersucht, in welchen Abständen gemäht werden sollte, damit sich Blühpflanzen als Futterquelle und "Kinderstube" für Insekten bestmöglich entwickeln.
Nur ein Jahr hat es gedauert, bis aus einem Stück trostlosem Straßenrand eine bunte blühende Oase geworden ist. Auch wenn die meisten Pflanzen beim Ortstermin schon verblüht sind, lässt sich noch die ein oder andere Hummel den Nektar schmecken und erklimmt eine Heuschrecke einen Pflanzenhalm.
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten war das Projekt im März 2023 gestartet. Unterteilt in neun Versuchsflächen wurden abschnittsweise Sträucher gepflanzt und standortgerechte Blühpflanzen eingesät bzw. gepflanzt. "Bereits im ersten Jahr waren zahlreiche Insekten und Vögel auf der Fläche zu beobachten. Im Herbst sogar Rebhühner, die dort nach Insekten und Samen suchten", erzählt Müller begeistert.
Auf dem vier Meter breiten Blühstreifen verzeichneten die Naturschützer in diesem Jahr auf einigen der 50 Meter langen Abschnitte mehr als 40 Wildblumen-Arten, auf der gesamten Strecke sogar 81 Arten, auch solche, die nicht als "Starterpflanzen" eingepflanzt oder eingesät worden waren.
"Nach einem festgelegten Mäh-Plan werden künftig die einzelnen Abschnitte in unterschiedlichen Zeitintervallen gemäht. Das Spektrum umfasst jährlichem zweijährige und dreijährige Pflege. Zwei Abschnitte bleiben unbehandelt, um zu sehen, wie lange ein Verzicht auf Pflege vertretbar ist", erläutert Karsten Müller. Ziel sei es, herauszufinden, welche Bearbeitungsform sowohl den Anforderungen einer notwendigen Unterhaltung von Straßenrändern entspricht, als auch der Natur und ihren Lebensgemeinschaften eine Existenzgrundlage bietet. "Eine Reduzierung der Pflegeeinsätze bedeutet für die Kommunen auch eine erhebliche Kosteneinsparung", weil Karsten Müller.
"Unerlässlich für die Entwicklung blühender Wegeränder ist jedoch auch die Akzeptanz der landwirtschaftlichen Anlieger", betont er und appelliert, alles zu unterlassen, das der dramatischen Entwicklung des Artensterbens Vorschub leistet.
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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