Grubenhaus in Tostedt entdeckt

Auf der Grabungsstelle (v. li.): Lisa-Marie Brueninski, Melanie Schwinning, Erhard Deisting, Willi Müller und Dr. Jochen Brandt
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Schon vor 1.200 Jahren herrschte gewerbliches Treiben im heutigen Gewerbegebiet

bim. Tostedt. Ein ca. 1.200 Jahre altes Grubenhaus haben Mitarbeiter des Helms-Museums auf der Baustelle des Gewerbegebietes Harburger Straße in Tostedt entdeckt, das derzeit erweitert wird - genau an der Stelle, an der das Unternehmen "druckstudio.de" eine Halle und sein Medienwerk errichten will. Mit diesem Fund ist bewiesen, dass es dort auch schon im Frühmittelalter gewerbliche Aktivitäten gab.
"Bei einem Grubenhaus ist der Wohn- bzw. Arbeitsraum in den Boden vertieft, um die Erdfeuchtigkeit im Raum zu haben, quasi als Klimatisierung", erläutert Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt. Bevorzugt wurden darin Textilien hergestellt. "Wolle, Hanf und Leinen lassen sich leichter verarbeiten, wenn es feucht und kühl ist", so Brandt.
Dafür sprechen auch der an der Stelle gefundene Spinnwirtel und die Webgewichte. Die Webgewichte dienten dazu, die Webfäden auf Spannung zu halten. Der Spinnwirtel wurde wie ein Schwungrad dazu genutzt, Rohwolle zum Faden zu spinnen.
Erhard Deisting, Vorsitzender des Buchholzer Geschichts- und Museumsvereins und ehrenamtlicher Helfer des Helms-Museums, hatte bereits im Jahr 2001 bei der Erschließung des ersten Gewerbegebiets-Abschnitts eine frühmittelalterliche Siedlung entdeckt. "Auf der hagebau-Baustelle haben wir ganz viel gefunden. Dort gab es große, tiefe Gruben, in denen alles landete, was nicht mehr gebraucht wurde", erzählt Erhard Deisting.
Die jetzige Grabung musste ganz schnell vonstatten gehen. "Das ist ein baurechtliches Problem. Kleinere Bauvorhaben müssen nur noch angezeigt werden. Dadurch entfällt die Vorwarnzeit, dass die Archäologie betroffen sein könnte", so Jochen Brandt. Er und seine Mitarbeiter und Helfer beeilten sich deshalb, alle Funde zu bergen und den Rest zu vermessen und zu dokumentieren.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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