Nach dem Drogenrausch der Heilpraktiker: Tagungshaus-Geschäftsführerin Stefka Weiland nimmt Stellung

Stefka Weiland vor dem alten Bauernhaus des Tagungszentrums "Tanzheimat Inzmühlen"
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bim. Handeloh. Dieser Vorfall, der am Freitag der Vorwoche mehr als 160 Retter in Atem hielt und bundesweit Schlagzeilen machte, hat buchstäblich alle Zutaten für eine pointierte Geschichte: Heilpraktiker, Homöopathen und Ärzte, die sich - womöglich im Selbstversuch - mit Drogen zudröhnen und sich offenbar in der Dosis verschätzen. An einem Ort, der sich "Tanzheimat" nennt, betrieben von der Stiftung "Heilende Kräfte im Tanz", und in einem Raum in einer alten Rauchkate. "Für die Medien war das ein gefundenes Fressen", so Stefka Weiland, Geschäftsführerin des Tagungshauses "Tanzheimat Inzmühlen", die plötzlich von E-Mails mit Presseanfragen regelrecht bombardiert wurde und in diverse Foto- und Fernsehkameras blickte. In der Berichterstattung sei alles vermischt worden, ärgert sie sich.
Denn einerseits ist Stefka Weiland u.a. Tanztherapeutin, die seit über 20 Jahren in Handeloh-Inzmühlen und bundesweit Tanzseminare anbietet. "Ich arbeite nicht mit Leuten, die in irgendeiner Form mit Drogen zu tun haben, sondern mit Menschen, die Spaß am Tanzen haben und in ihrem Körper wieder eine Heimat finden wollen", stellt Stefka Weiland klar. Daher komme auch der Name "Tanzheimat".
Andererseits gibt es das gleichnamige Tagungszentrum, das ein Betrieb der von ihr und weiteren Kolleginnen vor 17 Jahren gegründeten Stiftung "Heilende Kräfte im Tanz" (HKIT) ist. Dort können Gruppen Räume anmieten, um ihre Fortbildungen und Seminare durchzuführen. "Der Schwerpunkt liegt auf dem Tanz. Aber es kommen auch viele Chöre und bewegungsorientierte Menschen", so Stefka Weiland.
Auf der 1776 erstmals erwähnten, historischen Hofanlage gibt es dafür in dem alten Bauernhaus u.a. Übernachtungszimmer, eine Küche und eine Bibliothek sowie in der früheren Rauchkate den großen Bewegungsraum mit dem Schwingboden.
"Natürlich sehe ich mir die Leute an, die das Tagungszentrum anmieten wollen. Das sind keine Partygruppen, sondern Leute, die hier in Ruhe ihr Seminar durchführen wollen und die familiäre Atmosphäre schätzen", sagt Stefka Weiland. Sie habe jeweils nur mit der Seminarleitung zu tun und sorge für gute Rahmenbedingungen.
So sei es auch mit der Gruppe der Heilpraktiker, Ärzte und Homöopathen gewesen, die bereits dreimal in der "Tanzheimat" getagt, sich zuvor immer seriös und anständig verhalten hätten. "Eine Heilpraktikerin hatte das Wochenendseminar organisiert. Das sind medizinische Fachkräfte und keine 'Drogis'", sagt Stefka Weiland, die fassungslos über den Vorfall ist. "Die Teilnehmer und die Leitung haben fahrlässig und verantwortungslos gehandelt, diesen schönen Platz und mein Vertrauen missbraucht", sagt sie.
Eigentlich war die Tanztherapeutin schon fast auf dem Weg zu einem Seminar, das sie in Bremen geben wollte, kehrte aber noch einmal ins Büro zurück, als sie die hilflosen Menschen auf dem Rasen liegen sah und den Notarzt alarmierte. Bis heute habe sie Alpträume von dem Anblick, der sich ihr bot, als sie auf die schreienden und sich vor Schmerzen krümmenden Menschen auf dem Gelände und im Gruppenraum traf. "Die Bilder bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf."
Nach dem Ende des Rettungseinsatzes sei sie zwei Tage lang mit Aufräumen beschäftigt gewesen. "Dabei habe ich große Unterstützung von Freunden und aus dem Dorf erhalten. Das habe ich gebraucht, und dafür bin ich sehr dankbar", sagt Stefka Weiland.
Alle, die ihre Arbeit als Tanztherapeutin kennenlernen möchten, lädt sie ein, mittwochs um 19.30 Uhr zur "Tanzheimat", wenn sie "Tanzen macht glücklich" anbietet.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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