Julian Jochims trennte sich von seiner Haarpracht
Spende für die Krebshilfe
- Das Haar ist ab! Katharina Kalinowsky schnitt den Zopf von Julian Jochims ab. Dieser wird an die Deutsche Krebshilfe gespendet.
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ks. Tostedt. Gute Laune, kein Gedanke von Wehmut. Ein letzter Blick von Julian Jochims in den in den Spiegel, es kam kein Zweifel auf. Friseurmeisterin Katharina Kalinowsky setzte die Schere an und Schnitt den vorher geflochtenen 41-Zentimeter langen Zopf ab - für einen guten Zweck. Das ganze Jahr werden im Tostedter Salon Haarschneiderei Echt-Haar-Spenden zugunsten der Deutschen Krebshilfe gesammelt. Es werden daraus Echthaar-Perücken erstellt.
Fünf Jahre hatte Julian Jochims die Haare wachsen lassen. „Wahrscheinlich auch ein wenig aus Faulheit“, räumt der 37-Jährige ein. Der Kinderkrankenpfleger hatte die Idee, mit dem Haarschnitt etwas Gutes zu tun. „Vielleicht auch durch eine Kollegin, die in der Onkologie arbeitet.“
Der Harburger hat am Beispiel seines Vaters miterlebt, wenn jemand durch Krankheit die Haare verliert. Aus Solidarität rasierte er sich damals eine Glatze und ließ jetzt seine Haar wachsen. Auch seine Freundin Jennifer Smoch machte Erfahrungen in der Familie. „Ich habe bei meiner Tante gesehen, wie sie darunter gelitten hat“, so die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft über den Haarausfall. So war für sie und ihren Freund ein kurzer Weg zu dem Innungsbetrieb, der Obermeisterin der Friseurinnung, um die Haare einem guten Zweck zukommen zu lassen.
„Jetzt war einfach genau der richtige Zeitpunkt, zur Tat zu schreiten“, so Jochims. Zumal der kürzliche Weltkrebstag auch irgendwie ein Zeichen war.
Der Zopf wurde erst einmal getrocknet, um ihn haltbar zu machen. Seit acht Jahren werden in dem Salon Spenden gesammelt – 20 oder 30 pro Jahr. „Einmal im Jahr geben wir die Spenden dann an die Deutsche Krebshilfe“, so Kalinowsky. Eine Fachfirma, die für Perücken für Kinder spezialisiert ist, verarbeitet das Haar dann weiter. „Es werden drei bis acht Spenden für eine Perücke gebraucht“, so die Friseurmeisterin. Dabei muss die abgeschnittene Haarlänge mindestens zwanzig Zentimeter betragen und die Haare müssen unbehandelt sein. Der gute Zweck hat sich mittlerweile herumgesprochen. Oft kommen Kunden und Kundinnen, die sich von ihren langen Haaren trennen wollen, auf sie zu. „Aber wir geben auch schon einmal den Hinweis, wenn jemand seine langen Haare abschneiden möchte, was wir mit ihnen machen können.“
Der jetzige Spender fühlte sich auf jeden Fall rundum wohl. „Zwei Kilogramm leichter.“ Man hat das Gefühl, man hat richtig Gewicht verloren. Zudem fühlte er sich gleich viel jünger. Er würde es immer wieder machen. „Haare wachsen lassen, ist ja etwas, was man nebenbei machen lassen kann“, sagte er mit einem Augenzwinkern.
Redakteur:Karsten Schaar aus Winsen |
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