Wer bezahlt für den Drogenrausch der Heilpraktiker?

Mehr als 160 Rettungskräfte waren bei dem Drogenrausch der Heilpraktiker im Einsatz
3Bilder
  • Mehr als 160 Rettungskräfte waren bei dem Drogenrausch der Heilpraktiker im Einsatz
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Handeloh. Dieser Vorfall zog bundesweites Medien-Interesse auf sich: 29 Heilpraktiker, Homöopathen und Ärzte, die sich - womöglich im Selbstversuch - bei einem Seminar auf dem Gelände der Tanzheimat und des Tagungszentrums in Handeloh-Inzmühlen (Samtgemeinde Tostedt) mit Drogen zudröhnen und sich offenbar in der Dosis verschätzen, verursachen im vergangenen September einen Großeinsatz mit mehr als 160 Rettern von Feuerwehr, Polizei, DRK und Johannitern. Immer wieder melden sich Leser beim
WOCHENBLATT, die wissen wollen, wann die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Manche sind auch richtig sauer: „Es kann doch nicht sein, dass die Einsatzkosten der Allgemeinheit auferlegt werden“, empörte sich ein Tostedter.
Laut Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, wird gegen vier Beschuldigte ermittelt - gegen die beiden Seminarleiter und zwei Teilnehmer, die organisatorische und Hilfstätigkeiten übernommen hatten.
Die Verfahren gegen die übrigen Teilnehmer wurden eingestellt, da diese die Betäubungsmittel lediglich „straflos konsumiert“ hätten.
„Ermittelt wird in erster Linie wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz“, so Breas. Hinsichtlich der Körperverletzungsdelikte müsse noch bewertet werden, ob es sich um fahrlässige oder vorsätzliche sowie gegebenenfalls sogar gefährliche Körperverletzung handele. Die Ermittlungen würden sicherlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen.
Offen sei nach wie vor, ob es zu einem Prozess kommt. „Tendenziell dürfte das Verhalten der Beschuldigten eher zur Anklage gebracht werden“, so Breas. Denkbar sei aber u.a. auch, dass die Staatsanwaltschaft per Strafbefehl Sanktionen beantrage oder das Verfahren sogar ganz eingestellt wird, wenn sich der Tatverdacht nicht erhärte oder die Schuld gering ist.
Spannend dürfte auch werden, wer die Kosten für den Einsatz zu tragen hat und wie hoch diese sind. Diese zu ermitteln, ist nicht ganz einfach, da diverse Behörden und Organisationen beteiligt waren. Die Feuerwehrkosten tragen z.B. die Kommunen, den DRK-Einsatz zahlen die Krankenkassen, den Polizeieinsatz das Land.
Der Landkreis Harburg übernahm die reinen Sachkosten der ehrenamtlichen Rettungskräfte wie Wolldecken, Spritzen, Verbandsmaterial (rd. 2.800 Euro) sowie die Personal-Aufwandsentschädigung für Notärzte, Rettungsdienstleiter und Einsatzfahrzeuge (rd. 2.500 Euro). „Wir warten die Ermittlungsergebnisse ab, wollen aber Schadenersatz geltend machen“, so Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. So werden es wohl auch alle anderen Behörden und Organisationen handhaben.
Insgesamt - so eine grobe Schätzung von Experten - dürften die Einsatzkosten insgesamt rund 60.000 Euro betragen.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

Panorama
Stramme Waden und äußerst fesche Dirndl: Die WOCHENBLATT-Leser zeigen, dass auch Norddeutsche im zünftigen Oktoberfest-Outfit eine sehr gute Figur machen. Zudem so originell wie dieses „O' zapft is!“-Foto
30 Bilder

Schöner geht es kaum
Das sind die Gewinner der Foto-Aktion im WOCHENBLATT: Zeigt uns eure Waden!

(tw). Was für eine überwältigende Resonanz: Sie, liebe WOCHENBLATT-Leser, haben uns wirklich sehr schöne Fotos von ihren "Wadln" geschickt und sind oftmals sogar extra in Dirndl und Krachlederne geschlüpft. Dies machte die Entscheidung so schwer, dass das WOCHENBLATT-Redaktionsteam den Lostopf aktivierte und die Gewinner daraus zog. Die drei zünftigen Oktoberfestpakete für je drei bis fünf Personen erhalten - - im Landkreis Harburg:  Uwe Kugel aus Buchholz, Maike Häcker aus Holm-Seppensen...

Panorama
"Inspirierender Abend": Auch Empore-Chef Onne Hennecke (li.) war beeindruckt vom Gastspiel des Filmproduzenten, Autors und TV-Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt
3 Bilder

Interview mit dem Filmproduzenten, Autor und TV-Moderator
Hubertus Meyer-Burckhardt las in Buchholz aus neuem Buch

ce. Buchholz. "Seine NDR-Talkshow ist eine TV-Instanz wie die Tagesschau und der 'Tatort'": So fulminant kündigte Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore, Hubertus Meyer-Burckhardt (64) an, als der dort am Mittwoch aus seinem neuen Buch "Diese ganze Scheiße mit der Zeit - Meine Entdeckung des Jetzt" (ISBN 978-3-8338-7037-8) las. Es war die erste Veranstaltung in der Empore nach halbjähriger Corona-Pause vor - wenn auch reduziertem - Publikum. Eine bei...

Politik
Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft

Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Blaulicht

zehn tage Bauarbeiten
A7 im Horster Dreieck wird in Richtung Hamburg gesperrt

(ts/ce). Wegen Fahrbahnerneuerungsarbeiten wird die A7 im Bereich des Horster Dreiecks in Richtung Hamburg von Montag, 21. September, 7 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt das Landesstraßenbauamt mit. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Autobahnnetzes: Der Kraftfahrzeugverkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten ab dem Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Bremen bzw. auf die Autobahn 39 und anschließend auf...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen