Landkreis Harburg: Kritik an Kommunaler Wohnungsbaugesellschaft

Fred-Kennet Wengert, ehemaliger Geschäftsführer eines heimischen Bauunternehmens, kritisiert die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft
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Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Blaulicht
Ersthelfer leisteten zwar Erste Hilfe, doch der Fahrer konnte auch von den Rettungskräften nicht mehr gerettet werden
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Panorama
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Corona-Zahlen am 26. Januar im Landkreis Harburg
Inzidenzwert sinkt den dritten Tag in Folge

(lm). Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Harburg ist am heutigen Mittwoch, 26. Januar, erneut leicht gesunken. Am Vortag lag der Wert bei 1.274,5, heute bei 1.263,6. Am Mittwoch der Vorwoche zuvor belief sich der Inzidenzwert auf 976,9.  374 neue Corona-Fälle wurden heute vermeldet, 3.235 waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die landesweiten Werte der Hospitalisierungsinzidenz (6,9 auf 7,3) und der Intensivbettenbelegung (4,9 auf 5,2 Prozent) sind dagegen angestiegen.  Seit Ausbruch der...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Täglich bis zu 450 Anrufe
Corona-Update vom 27. Januar: Bei der Corona-Hotline des Landkreises Stade glühen die Drähte

jd. Stade. Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Stade steigt weiter in einem rasanten Tempo: Binnen eines Tages sind 447 weitere Neuinfektionen registriert worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt am Donnerstag, 27. Januar, bei 773. Angesichts steigender Fallzahlen soll die vor knapp zwei Wochen eingerichtete Corona-Hotline des Landkreises (Tel. 04141 - 123456) künftig auch nachmittags erreichbar sein. Bislang kann die Nummer montags bis freitags angewählt werden. Die Menschen...

Service
Zahlreiche mobile Impfteams sind im Landkreis Harburg unterwegs

Wo wird momentan geimpft?
Aktuelle Impfangebote im Landkreis Harburg

(lm). Wo wird im Landkreis Harburg aktuell geimpft? In zahlreichen Einrichtungen nehmen mobile Impfteams des DRK und der Johanniter derzeit den Kampf gegen das Coronavirus auf.  Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt Donnerstag, 27. Januar: Buchholz, Buchholzer Höfe, 12 bis 19 UhrNeu Wulmstorf, Impfstützpunkt Am Marktplatz 24, 9 bis 16 UhrWinsen, Impfstützpunkt, 10 bis 17 UhrTostedt, Haus der Begegnung, 10 bis 14 UhrSalzhausen, Altes Feuerwehrgerätehaus, 10 bis...

(bim). "Im Kreishaus fehlt anscheinend die führende Hand: In der Bauprüfabteilung grummelt es seit mehr als fünf Jahren, das Veterinäramt macht Schlagzeilen und die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft tut nicht das, für das sie gegründet wurde." Fred-Kennet Wengert, Bauplaner und ehemaliger Geschäftsführer eines heimischen Bauunternehmens, findet klare Worte für die Arbeit in der Kreisverwaltung. Er ist vor allem sauer auf die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (KWG) und die Untätigkeit von Landrat Rainer Rempe in dem Zusammenhang.
Der großen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wollte der Landkreis Harburg mit der im Oktober 2017 gegründeten KWG zumindest ein wenig gerecht werden. Doch die Kritik wächst: Von ehemals 1.000 angekündigten Wohneinheiten ist nur noch von 800 Wohnungen die Rede, die in den kommenden sechs bis sieben Jahren im Kreisgebiet entstehen sollen. Auch die heimischen Unternehmer rund um die Baubranche sind enttäuscht: "Es erfolgte keine Ausschreibung. Bei der bisherigen Vergabe von 120 Wohnungen mit einem Gesamtvolumen von rund 18 Millionen Euro hätte das geschehen müssen", bemängelt Fred-Kennet Wengert. "Außerdem sind die regionalen Anbieter ausgeschlossen worden."
Dass die KWG die Aufträge an einen Generalunternehmer aus dem Kreis Rotenburg vergeben hat, der nur Firmen aus dem Raum Hannover/Bremen beschäftigt, hatte auch Andreas Baier, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft des Kreises Harburg, bereits kritisiert (das WOCHENBLATT berichtete).
Dabei hatte Landrat Rainer Rempe, der Aufsichtsratsvorsitzender der KWG ist, 2017 versprochen, mit der KWG "einen starken Impuls für die regionale Bauwirtschaft" zu setzen. Fred-Kennet Wengert fragt sich, warum weder die KWG noch der Landkreis Harburg, speziell Landrat Rainer Rempe als Aufsichtsrat, Kontakt mit der Kreishandwerkerschaft aufnimmt und dafür sorgt, dass hiesige Firmen an der Vergabe zumindest beteiligt werden.
Fred-Kennet Wengert erläutert: Die beauftragte Firma sei kein Generalunternehmer, der eine fertige Objektplanung samt Leistungsverzeichnis bekommt und sich bei der Ausführung der Bauleistungen durch Fremdfirmen für einzelne Gewerke bedient, sondern ein Generalübernehmer, der im Rahmen eines Bauvertrages alle Planungs- und Ingenieurleistungen sowie alle Ausführungs- und Bauzwischen-Finanzierungsleistungen für ein Bauvorhaben übernimmt. "Das beauftragte Unternehmen macht alles - von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Dabei gibt es auch im Landkreis Harburg Unternehmen, die schlüsselfertig und nicht teurer bauen", sagt er.
Ihn ärgert zudem, dass nicht nur Investitionen von 120 Millionen Euro für die 800 Wohnungen in andere Kreise fließen und die Arbeit auch dorthin vergeben wird, sondern dass dem Landkreis Harburg letztlich ein immenser finanzieller Schaden entstehe. Schließlich entgehen Kreis und hiesigen Kommunen damit Gewerbe- und Einkommenssteuer. 
Von den 800 Wohnungen sind nur 30 Prozent als Sozialwohnungen (Quadratmeterpreis: 5,60 Euro) geplant, der Rest wird zu durchschnittlichen Mieten von 8,50 bis 9 Euro pro Quadratmeter angeboten. Im Grunde trete die KWG mit ihren Bauvorhaben in Konkurrenz zur heimischen Baubranche, so Wengert, oder - wie Salzhausens Bürgermeisterin Elisabeth Mestmacher im WOCHENBLATT kritisierte - treibe die Mietpreise gar in die Höhe.  Außerdem: "Durch die KWG werden den privaten Investoren weitere Baugrundstücke entzogen, obwohl schon erheblicher Mangel an bebaubaren Grundstücken besteht", so Wengert.
Das Rotenburger Unternehmen habe der Kreishandwerkerschaft inzwischen "großzügigerweise", so Wengert, ein Leistungsverzeichnis für verschiedene Gewerke zur Verfügung gestellt und über die Kreishandwerkerschaft anfragen lassen, ob bei Firmen im Landkreis Harburg Interesse bestehe, ein Angebot abzugeben. "Die Zeit, ein Angebot auszuarbeiten, kann man sich aber sparen. Es wäre ja ohnehin nur ein Angebot für ein Bauvorhaben, für das bereits seit Langem die Aufträge vergeben sind. Die Preise würden dann nicht mehr passen", sagt Wengert resigniert.
Ob die Vergabe rechtmäßig war, lässt Fred-Kennet Wengert noch prüfen. "Gerichtsentscheidungen lassen große Zweifel an der bisher getätigten Vergabe", sagt er.
• Das WOCHENBLATT hatte eine Anfrage an KWG-Geschäftsführer Joachim Thurmann gestellt. Die Antwort lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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