Was Ehrenamt bewegen kann
Bewegungs- und Begegnungspark Kakenstorf eröffnet
- Reiner Landwehr (v. li.), Uwe Lange, Mareike von Appen, Bürgermeisterin von Kakenstorf, Nicole Schuback, Nadja Weippert, Dr. Peter Dörsam, Hilke Feddersen, Sebastian Pötzscher, Daniela Gobat-Küllsen
- Foto: Regina Lange
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Als zur Eröffnung die ersten Kinder über den neuen Multicourt liefen, Besucher die Bewegungsangebote ausprobierten und Rollstuhlbasketballer gemeinsam mit anderen Gästen auf dem Platz aktiv wurden, zeigte sich schnell: Der neue Bewegungs- und Begegnungspark in Kakenstorf ist weit mehr als eine neue Sportanlage.
Mit einer offiziellen Eröffnungsfeier, zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung, Sport und Förderinstitutionen sowie einem abwechslungsreichen Familienprogramm wurde das Projekt nach rund drei Jahren Planungs- und Umsetzungszeit offiziell seiner Bestimmung übergeben und kann jetzt mit Leben gefüllt werden.
Projektleiter Sebastian Pötzscher erinnerte bei der Eröffnung an diese Entwicklung und machte deutlich, worum es aus seiner Sicht bei dem Projekt eigentlich geht: „Wir feiern heute nicht einen Multicourt. Nicht einen Beachvolleyballplatz. Nicht den Trimm-Dich-Treffpunkt oder den regionalen Obstgarten. Wir feiern, was möglich wird, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.“
Förderanträge wurden geschrieben, Gespräche geführt, Konzepte erarbeitet und immer wieder neue Lösungen gefunden. Viele Menschen brachten ihre Ideen, ihre Zeit und ihre Erfahrung ein.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die Zusammenarbeit zwischen Projektleiter Sebastian Pötzscher und dem ersten Vorsitzenden des SV Trelde-Kakenstorf, Uwe Lange. „Viele Projekte scheitern nicht an Ideen“, so Pötzscher. „Sie scheitern daran, dass niemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und dranzubleiben.“
Dass dies in Kakenstorf gelungen ist, ist nun auf dem gesamten Gelände sichtbar.
Zur Eröffnung waren unter anderem Kakenstorfs Bürgermeisterin Mareike von Appen, Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam, Nicole Schuback des Kreissportbundes Landkreis Harburg und Hilke Feddersen für die LEADER-Region Naturpark Lüneburger Heide gekommen, deren Institutionen das Projekt maßgeblich unterstützt haben.
In ihren Grußworten würdigten sie das Engagement des Vereins und die Bedeutung des Projekts für die Region.
Insgesamt wurden rund 270.000 Euro investiert. Wesentliche Unterstützung kam dabei unter anderem aus dem LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union der Region Naturpark Lüneburger Heide in Höhe von knapp 163.000 Euro sowie dem Landessportbund, der Gemeinde Kakenstorf und dem Sportverein.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist sein konsequenter Anspruch auf Teilhabe. Von Beginn an wurde die Frage gestellt, wie ein Ort geschaffen werden kann, der allen Menschen offensteht. Begleitet wurde dieser Prozess von Daniela Gobat-Küllsen, die das Projekt als Inklusionsbeauftragte unterstützte. Barrierefreiheit und Inklusion wurden nicht nachträglich ergänzt, sondern bereits in der Planungsphase berücksichtigt.
Besonderes Interesse weckten die Rollstuhlbasketballer von Blau-Weiß Buchholz, die auf dem neuen Multicourt ihre Sportart präsentierten. Besucherinnen und Besucher konnten selbst in Sportrollstühlen Platz nehmen und erleben, welche Anforderungen und Möglichkeiten dieser Sport bietet. Dabei entstand genau das Bild, das die Initiatoren von Anfang an vor Augen hatten: Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen nutzen dieselben Angebote, bewegen sich gemeinsam und erleben Sport ohne Barrieren.
Nach dem offiziellen Teil verwandelte sich das Gelände in ein großes Mitmach- und Bewegungsfest. Bei einer Olympiade konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene verschiedene Stationen absolvieren und unterschiedliche Sportarten kennenlernen. Angeboten wurden unter anderem Fußball, Basketball, Tennis, Beachvolleyball, Bogenschießen, Tischtennis und verschiedene Bewegungsangebote für die ganze Familie.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte die Ehrung von Wilfried Wodniok. Im Rahmen der Initiative „Ehrenamt überrascht“ des Landessportbundes Niedersachsen wurde sein langjähriges Engagement für den SV Trelde-Kakenstorf gewürdigt. Die Ehrung durch Nicole Schuback vom Landessportbund und Nadja Weippert, Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin von Tostedt, stand zwar nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Bau des Bewegungs- und Begegnungsparks, passte aber hervorragend zum Charakter des Tages. Während der gesamten Veranstaltung wurde deutlich, welche Bedeutung ehrenamtliches Engagement für Vereine, Projekte und das gesellschaftliche Leben insgesamt besitzt.
Für die Verantwortlichen endet mit der Eröffnung zwar die Bauphase, ob das Projekt langfristig erfolgreich ist, wird sich jedoch nicht an Fördersummen, Baukosten oder Quadratmetern messen lassen, sondern vielmehr daran, wie intensiv der Park genutzt wird. Wenn Kinder hier spielen, Jugendliche Sport treiben, Menschen jeden Alters aktiv sind, neue Bewegungsangebote entdecken oder auch gemütlich verweilen und Menschen mit und ohne Einschränkungen selbstverständlich dieselben Angebote nutzen, wird dieser Park mit Leben gefüllt. Genau das war bereits am Eröffnungstag zu erleben.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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