Tostedter "Spatzennest" soll wachsen

Blick auf die geplante Kita von der Danziger Straße ...
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Die Samtgemeinde ist für die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen zuständig und wird später mit dem Sozialwerk als freiem Träger auch einen Vertrag abschließen. Der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Tostedt wird nicht befasst, sofern die gültigen Bebauungsplanvorgaben nicht überschritten werden. Baugenehmigungsbehörde ist der Landkreis Harburg. Ein Bauantrag wurde aber noch nicht gestellt.
Hintergrund: Die 1987 gegründete Kita "Spatzennest" nahe der sogenannten Krech-Siedlung besteht derzeit aus vier Elementargruppen inklusive Integrationsgruppe mit Sprachförderung und 93 Plätzen. Das "Spatzennest" wird derzeit von Kindern mit neun verschiedenen Erstsprachen und unterschiedlichen Konfessionen besucht. "Es ist auf Dauer schwierig, den Betrieb und die Abläufe an zwei Standorten reibungslos aufrecht zu erhalten. Außerdem besteht Bedarf nach weiteren Elementarplätzen und nach Krippenplätzen", erläuterte Pastor Andreas Timm. Das Bestandsgebäude Danziger Straße sei in die Jahre und an die Kapazitätsgrenzen gekommen. Es erfülle zudem nicht mehr aktuelle (Sicherheits-)Standards, die pädagogische Arbeit werde erschwert.
Im vergangenen Jahr habe sich dann die Möglichkeit ergeben, ein Nachbargrundstück zu erwerben. Nun plant das Sozialwerk, das "Spatzennest" um zwei Krippengruppen (bis zu 30 Plätze) und eine weitere Elementargruppe (bis zu 25 Plätze) zu erweitern.
Im vergangenen November hatte das Sozialwerk die Anwohner eingeladen und die Pläne vorgestellt. Etwa zu der Zeit sollte auch erstmals der Sozialausschuss beraten. Die Sitzung fiel jedoch Corona-bedingt aus.
Aus wirtschaftlichen Gründen soll die erweiterte Kita neu gebaut werden, informierte Ingo Gottschalk vom gleichnamigen Ingenieurbüro, dessen Tochter, Ingenieurin Mailin Gottschalk, die Pläne entworfen hatte. Das Grundstück habe eine Größe von 2.890 Quadratmetern, ein Fünftel der Fläche sei für das Gebäude vorgesehen. In der Umgebung gebe es viele Einzel- und ein paar Doppelhäuser und weniger zweigeschossige Gebäude. "Natürlich brauchen wir für viele Kinder viel Platz", sagte Gottschalk. "Teile des Gebäudes werden zweigeschossig, das gibt der Bebauungsplan her." Es werde auf keinen Fall höher als die Häuser der Umgebung und mit rund neun Metern eine übliche Wohnhausgröße erhalten. Es gebe aber noch Wünsche des Betreibers.
Es solle ein Objekt mit Einfamilienhaus-Charakter in moderner Holzrahmenbauweise und einem großzügigen Spiel- und Gartenbereich entstehen. Zudem solle es genügend Parkplätze für Bedienstete sowie das Bringen der Kinder und die Essensanlieferung geben - sowohl von der Danziger als auch von der Breslauer Straße aus.
Die Samtgemeinde sehe Bedarf für weitere Kita- und Krippenplätze und den Neubau als "sinnvolles Projekt zur Ergänzung des Betreuungsplatz-Angebotes", erklärte Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam.
Peter Johannsen (SPD) und Karin Rogge-Wokittel (WG) enpfanden das vorgestellte Gebäude als "sehr komplex" und "überdimensioniert".
Das kritisierte auch ein Anwohner der Danziger Straße in der Sitzungsunterbrechung. Das geplante, 40 Meter lange Gebäude bezeichnete er als "monumental". Er befürchtet weiterhin u.a. ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, insbesondere durch den "Hol- und Bringdienst". Die Straßen würden bereits jetzt durch Anlieger und Handwerker zugeparkt.
Pastor Andreas Timm und Architekt Ingo Gottschalk versicherten, mit den Anwohnern im Gespräch zu bleiben. Die Nachbarn können ihre Bedenken im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens beim Landkreis vorbringen.
Die Fertigstellung der Kita ist für Juni 2022 geplant.

Blick auf die geplante Kita von der Danziger Straße ...
... und von der Breslauer Straße aus
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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