TV Welle
Sicher, respektvoll, gemeinsam - Auszeichnung für Schutzkonzept gegen (sexualisierte) Gewalt im Sport
- Bei der Würdigung des Engagements des TV Welle (v. li.): Nicole Schuback (KSB), Juliane Gesche (Vertrauensperson im TV Welle), TV-Welle-Vorsitzender Christoph Wille, zweite Vorsitzende des TV Welle, Vanessa Köhler, Leichtathletik-Abteilungsleiterin Christiane Schulze, Sebastian Lühr (stv. KSB-Vorsitzender) und Lynn Sophie Bachorz (Vertrauensperson TV Welle und Leichtathletik-Trainerin)
- Foto: bim
- hochgeladen von Bianca Marquardt
"Sport verbindet Menschen. Respekt, Fairness und gegenseitige Wertschätzung stehen beim TV Welle an erster Stelle. Damit sich alle Mitglieder, Übungsleitenden, Ehrenamtlichen und Gäste sicher und wohl fühlen, haben wir ein Schutzkonzept entwickelt." So ist es auf einem Flyer des TV Welle zu lesen. Der Sportverein engagiert sich gemäß den Qualitätsstandards des Kreissportbundes (KSB) Harburg-Land für den Schutz gegen (sexualisierte) Gewalt im Sport. Dafür wurde der Verein jetzt vom KSB ausgezeichnet.
Der stv. KSB-Vorsitzende Sebastian Lühr berichtete, dass rund 40.000 Jugendliche und Kinder im Landkreis Sport treiben. Der TV Welle ist der 26. Verein im Landkreis, der für sein Schutzkonzept ausgezeichnet wurde.
Christiane Schulze, Leichtathletik-Abteilungsleiterin des TV Welle, war es ein großes Anliegen, das Schutzkonzept in den Verein zu bringen. Die Themen Prävention und der Schutz vor Gewalt im Sport hätten sie schon länger beschäftigt. Bereits 2018 habe sie beim NLV ein Referat in der Trainerinnen- und Trainerausbildung über „Gewalt im Sport und Pädagogik“ gehalten und sich mit Gewalt, Grenzverletzungen und Sensibilisierung auseinandergesetzt.
Als sie diese Themen im eigenen Verein stärker und auch über eine Satzungsänderung verankern wollte, stieß sie zunächst auf Skepsis. Dennoch gab Christiane Schulze nicht auf, leistete Überzeugungsarbeit und gewann immer mehr Unterstützung. "Ein Schutzkonzept bedeutet nicht, dass in einem Verein etwas passiert sein muss. Es bedeutet, dass ein Verein Verantwortung übernimmt. Dass er hinschaut, sich vorbereitet und Kindern und Jugendlichen signalisiert: Wir sehen euch. Wir nehmen euch ernst. Und wir schützen euch", betonte Christiane Schulze.
Darauf, dass die Umsetzung des Schutzkonzeptes gelungen ist, sei sie "unglaublich stolz, aber auch dankbar für jede und jeden, der und die auf diesem Weg mitgeholfen hat. Denn dieses Schutzkonzept ist nicht das Werk einer einzelnen Person. Es ist das Ergebnis vieler Menschen.'"
Sie sehe sich inzwischen als Multiplikatorin, die diese Gedanken, Erfahrungen, Schutzkonzepte und Anstöße in andere Sportvereine trage und auch ein kleines Stück weit in die Gesellschaft. In ihrer beeindruckenden Rede verglich Christiane Schulze die Veränderungen bzw. geänderten Sichtweisen im Sport mit Veränderungen auch bei der Sprache und innerhalb der Gesellschaft und appellierte, dafür aufgeschlossen zu sein: ""Habt keine Angst davor, dass etwas zunächst ungewohnt ist. Denn irgendwann wird das Ungewohnte normal."
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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