Kakenstorf
Nahversorgung in privater Hand

Jessica und Sebastain Pötzscher bieten unter dem Titel "Dorfdeli" Feinkost vom Land
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Nahversorgung auf dem Land bei vielfach gleichzeitig schlechten Verkehrsanbindungen ist ein Dauerbrenner, Dorfläden meist Zuschussbetriebe. Der Dorfladen in Kakenstorf hat vor ein paar Jahren seine Türen geschlossen. Frische Eier und Nudeln, Heidekartoffeln und regionale Fleisch- und Wurstwaren gibt es seither an drei Automaten auf dem Gelände des Landgasthofs "Zum Estetal". "Wir sind vor zwei Jahren nach Kakens-#+torf gezogen und haben uns an dem Automaten erfreut", berichten Jessica und Sebastian Pötzscher. Doch eines Tages war der "Fleischautomat" leer. "Wir lieben Essen und Kakenstorf, aber eine Nahversorgung fehlt." Also entschloss sich das Ehepaar, den Automaten zu erwerben und selbst mit regionalen Produkten zu befüllen.

Im September vergangenen Jahres erwarben die Pötzschers den Automaten, besuchten diverse Höfe und Produzenten der Region und probierten sich durchs Angebot, um die zu ihrem Konzept (und Geschmack) passenden Produkte zusammenzustellen.

Vorletzte Woche richtete Gerätetechniker Ulf Schönberger aus Ostrhauderfehn den Automaten nach den Vorstellungen der Pötzschers ein. Keine leichte Aufgabe, denn neben Fleisch und Wurst vom Moorweghof und Warnkes Hofladen sowie Produkten der Hofmolkerei Kruse wurde der Automat auch u.a. mit Salaten im Glas sowie Milchflaschen befüllt. "Die Pötzschers haben sich eine gute Produktpalette überlegt", lobte Schönberger, der in ganz Nordeutschland Selbstbedienungsautomaten einrichtet. In den unterschiedlichen Größen der Produkte lag aber auch die Herausforderung, denn er musste jeweils die passende Spirale und den entsprechenden Motor installieren. "Sie glauben gar nicht, was ich alles baue", sagte Ulf Schönberger über einen Automaten, für den er eine Rutsche kreierte, damit Schalen mit frischen Erdbeeren unbeschadet im Ausgabefach landeten.

Frische Erdbeeren gibt es im Kakenstorfer Automaten nicht. Aber die Auswahl kann sich sehen lassen. Waren können mit bis zu 20 Euro Bargeld oder bis zu 50 Euro mit EC-Karte erworben werden.

Abgesehen von der hohen Investition, die die Pötzschers zugunsten der Dorfgemeinschaft geleistet haben, besteht die Herausforderung nun dauerhaft darin, den Automaten zeitnah nachzufüllen. "Wir wollen gucken, wie die Produkte angenommen werden", meinte Sebastian Pötzscher. Dass der Bedarf groß ist, bewies gleich das erste Betriebswochenende: Fleisch und Wurst waren im Nu ausverkauft.

"Bisher wird der Automat von den Dorfbewohnerinnen und -bewohnern dankend angenommen. Da es für uns eine Herzensangelegenheit ist, ist uns das direkte Feedback unserer Kunden und Kundinnen zu den Produkten sowie zum Automaten sehr wichtig. Nur so können wir (und die Produzenten) lernen und Dinge optimieren. So haben wir auf Wunsch u.a. vegetarische Bratwürste und Eis-Kaffee mit ins Sortiment aufgenommen sowie Verkaufsmengen angepasst", berichtet Jeccica Pötzscher.

Für Anregungen soll noch ein kleiner Briefkasten am Automaten aufgehängt werden.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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