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Rettungshundestaffel sucht Verstärkung

Labrador "Fred" hat den Vermissten, gespielt von Karl-Heinz Reif, gefunden und macht seinen Halter Stefan Ossowski (re.) durch Bellen darauf aufmerksam)
 
Einige der Hundeführer mit ihren Vierbeinern beim Training im Wald bei Neu Wulmstorf
(bim). Sonntagmorgen in einem Wald bei Neu Wulmstorf. Ein Mann liegt vor einem Baum. Labrador "Fred" wittert aufgeregt den Wald ab und springt bellend zu dem am Boden liegenden Mann. Schnell ist Hundeführer Stefan Ossowski zur Stelle und spricht den am Boden Liegenden an. Was wie ein Spiel anmutet, kann im Ernstfall Menschenleben retten. Denn es handelt sich um das Training der Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg e.V, die dem Bundesverband Rettungshunde (BRV) angehört. Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigte sich erst am Tag zuvor, als in Bleckede eine über 80-jährge Frau, die sich verlaufen hatte, gerettet wurde.
Die Menschen-Hunde-Teams sind in Hamburg, in den Landkreisen Harburg und Lüneburg sowie in Teilen der Landkreise Stade, Heidekreis, Rotenburg und Uelzen im Einsatz. Sie werden gerufen, wenn Personen vermisst werden, z.B. ältere Menschen infolge einer Krankheit oder auch Menschen mit Suizidabsicht. Ebenso gehört die Suche nach Personen in eingestürzten Gebäuden zum Aufgabengebiet, wo dann auch sogenannte Trümmerhunde zum Einsatz kommen.
Weiter ist die Rettungshundestaffel im Katastrophenschutz aktiv: Hier gilt es z.B. bei Bombenblindgängern und drohenden Sturmfluten mithilfe von speziellen Lautsprecherfahrzeugen die betroffene Bevölkerung zu warnen und bei der Evakuierung zu helfen. Bei der BRH-Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg e.V. arbeiten u.a. Rentner, Polizisten, Sanitäter, Krankenschwestern und Fischverkäufer ehrenamtlich zusammen. Eine ebenso "bunte Mischung" sind ihre Vierbeiner: Labradore, Mischlinge und Malinois, Border-Collies, ein Airedaelterrier und weitere Hunderassen sind hier vertreten.
Material und Fahrzeuge werden über Spenden finanziert oder von den Mitgliedern selbst gestellt, so wie die eingesetzten Fahrzeuge.
Aktuell zählt die Staffel rund 50 Mitglieder und passive Unterstützer aus dem Landkreis und der Stadt Harburg, Hamburg und dem Umkreis von Lüneburg. "Das sind zu wenige", sagt Zugführer Stefan Ossowski. Die Staffel sucht dringend Verstärkung, um ihre anspruchsvollen Aufgaben zu bewältigen, gerne auch Menschen ohne Hunde, die die Rettungshundeführer bei Einsätzen begleiten."Wir haben derzeit fast nur geprüfte Hundeführer, die jeweils einen Suchgruppenhelfer an ihrer Seite im Einsatz brauchen." So werden weitere Ehrenamtliche benötigt, die die Hundeführer im Gelände begleiten, Karten und Kompass lesen, Lagekarten erstellen, Funkkontakt halten oder Erste Hilfe leisten, die Fahrzeuge steuern oder Birgit Gruel in der Küche unterstützen. Denn auch die Verpflegung wird gesichert. "Wir haben einen umgebauten Rettungswagen, mit dem wir sofort rund 50 Leute verpflegen können. Mit etwas Vorlauf schaffen wir eine Feldküche heran, mit der wir bis zu 250 Leute versorgen können“, sagt "Küchen-Chefin" und Hundeführerin Birgit Gruel.
"Wer bei uns mitmacht, muss bereit sein, verfügbare Zeit investieren zu wollen. Und man braucht auch eine gewisse Leidensfähigkeit. Die Rettungshundestaffel wird rund 80 mal im Jahr von der Polizei alarmiert. Viele Einsätze kommen mitten in der Nacht und können durchaus mehrere Stunden dauern, bei Wind und Wetter", erklärt Stefan Ossowski, der nicht nur Zugführer und Rettungshundeführer ist, sondern auch den Fuhrpark der Rettungshundestaffel verwaltet. Die Mitglieder der Rettungshundestaffel treffen sich zweimal pro Woche zu Übungen. Veranstaltungen und andere Aufgaben finden überwiegend an den Wochenenden statt, obendrein ist die Rettungshundestaffel das ganze Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. "Der Hund macht immer seine Arbeit, und auch fast jeder Hund ist geeignet." Aber auch der Hundeführer oder Helfer muss der Aufgabe gewachsen sein, einem Menschen in Not nach besten Kräften zu helfen und auch darauf gefasst sein, eine Person nur noch leblos zu finden", erläutert der Fahrdienstleiter, „aber es gibt keine schönere Belohnung als das gute Gefühl, Menschen in Not geholfen zu haben.“
• Wer bei der Rettungshundestaffel mitmachen will, meldet sich unter Tel. 0151-26 23 05 83. Weitere Infos unter www.rhs17.de.