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Platz reicht bis Ende Januar: Apensen richtet weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge ein

Vor den Containern am Rathaus: Verwaltungschef Peter Sommer
jd. Apensen. Apensen bereitet sich auf die Ankunft neuer Flüchtlinge vor: 90 Menschen aus Krisengebieten sind in der Samtgemeinde bereits untergebracht, nun werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen. In Wohnungen, Holzhäusern und Containern entstehen derzeit weitere 117 Plätze. Die werden nach Einschätzung von Rathauschef Peter Sommer wohl höchstens bis Ende Januar ausreichen. Daher ist die Verwaltung schon jetzt auf der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. In nicht-öffentlicher Sitzung diskutierte der Samtgemeinderat über 20 mögliche Objekte bzw. Flächen bezüglich ihrer Tauglichkeit.

"Wir werden die Bürger - und allen voran die Anwohner - rechtzeitig über die neuen Standorte informieren", sagt Sommer. Zunächst sei hinter verschlossenen Türen beraten worden, weil es um privatrechtliche Verträge gehe. Sobald ein Objekt unter Dach und Fach sei, werde die Samtgemeinde an die Öffentlichkeit gehen: "Wir sind für größtmögliche Transparenz." Sommer macht keinen Hehl daraus, dass sich die Suche nach zusätzlichem Wohnraum äußerst schwierig gestaltet. Bislang hat die Verwaltung nur zwei Hausbesitzer gefunden, die Wohnungen für Flüchtlinge an die Samtgemeinde vermieten. Sommer hofft nun, dass andere private Vermieter diesem Vorbild folgen.

Auf jeden Fall soll weiter das Konzept der dezentralen Unterbringung verfolgt werden, so Sommer: "Wir sind bisher gut damit gefahren, die Asylbewerber auf die einzelnen Dörfer zu verteilen." Vor Ort gebe es kleine Kreise von ehrenamtlichen Betreuern, die die Neuankömmlinge unterstützen. Bei Massenunterkünften sei es für freiwillige Helfer oft wesentlich schwieriger, so Sommer. Nach seinen Angaben sind lediglich in Revenahe und Nindorf noch keine Flüchtlinge untergebracht.

Neben den erwähnten angemieteten Wohnungen wird die Samtgemeinde ein kürzlich erworbenes Gebäude in der Apenser Industriestraße für die Flüchtlinge bereitstellen. Hinzu kommen vier Holzhäuser, die in Apensen auf dem Brink errichtet werden, sowie Container in Wiegersen, an der alten Molkerei in Sauensiek und am Apenser Rathaus. Allein für die knapp 50 Personen, die in Sauensiek und Apensen unterkommen, werden laut Sommer 47 Container benötigt. Kostenpunkt: rund eine halbe Million Euro. "Wir haben uns entschieden, die Container zu kaufen, weil das auf lange Sicht günstiger als Miete ist", sagt Sommer. Er hofft, dass sich die Anschaffung durch den Unterbringungs-Zuschuss vom Land finanzieren lässt.

Mangels anderer Möglichkeiten gab es zunächst auch Pläne, auf eine Fläche direkt am Sauensieker Friedhof Container aufzustellen. Dagegen regte sich Bürgerprotest. Doch diese Kritik hält Sommer für nicht gerechtfertigt: "Wir haben nun einmal keine anderen kommunalen Flächen, die geeignet sind." Zudem seien die Überlegungen vorerst ad acta gelegt, da jetzt das Gelände an der ehemaligen Molkerei zur Verfügung stehe.