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"Ich habe genug gelitten!"

Den Ackerwagen mit Hinweis auf die Oldtimerfahrt musste Heiner Frommann entfernen

Nach dem Bau der "B75 neu": Hotelier Heiner Frommann will Werbeschilder aufstellen - und darf nicht

os. Dibbersen. Eigentlich wollte sich Heiner Frommann gar nicht öffentlich äußern. Das Verbot der Stadt Buchholz, auf seinem eigenen Grundstück einen Hinweis auf die von ihm organisierte Oldtimerfahrt im April aufzustellen, brachte nun aber das Fass zum Überlaufen. "Ich habe das Gefühl, dass die Stadtverwaltung mit zweierlei Maß misst", sagt der Hotelbetreiber aus Dibbersen. Werbeschilder und Dibbersen - das scheint nicht zusammenzupassen.
Frommann gehört zu jeden Unternehmern, die nach Inbetriebnahme der "B75 neu" im vergangenen Dezember unter dem starken Rückgang des Durchgangsverkehrs leiden. Für Hotelgäste ist die neue Ruhe im Ort herrlich, sagt Frommann. Die Zahl der Gäste, die kurzentschlossen im 1656 gegründeten Hotelbetrieb übernachten, ist aber stark gesunken. Frommann wollte dem mit den typischen braunen Hotel-Hinweisschildern entgegenwirken. Als Standorte seien die Kreuzungen an der Autobahnabfahrt Dibbersen und an der Kreuzung von Emsen aus kommend ideal, sagt der Hotelier. Mehrere Verhandlungsrunden im Buchholzer Rathaus mit mehreren Gesprächspartnern blieben ergebnislos. "Mir wurde Hilfe versprochen, die habe ich aber nie bekommen", ärgert sich Frommann.
Da nach Fertigstellung der "B75 neu" nur noch rund 2.500 anstatt bis dato 25.000 Autos durch Dibbersen rollen, wollte Frommann jüngst an der Hauptkreuzung vor dem McDonald's-Schnellrestaurant auf seine Oldtimerfahrt aufmerksam machen. Er ließ ein Werbeschild auf seinen Ackerwagen montieren und stellte das Gefährt dort auf eine Wiese, die ihm selbst gehört. Unter Androhung von Zwangsmaßnahmen seitens der Bauverwaltung wurde Frommann aufgefordert, den Wagen zu entfernen. Die Werbung sei dort nicht erlaubt, hörte er nur.
Wie berichtet, waren Gewerbetreibende in Dibbersen schon vorher mit ihrem Ansinnen gescheitert, mit einem Werbepylon auf ihre Geschäfte aufmerksam zu machen. Das sei im Bebauungsplan nicht zugelassen, erklärte die Verwaltung. Dem folgte die Politik mit großer Mehrheit.
Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse betont, dass Werbeschilder nur am Ort der Leistung zugelassen sind. "Ich muss mich im Rahmen des Rechts bewegen und muss alle Bürger gleich behandeln." Werbeschilder an den genannten Orten seien nicht zulässig.
Heiner Frommann hofft gleichwohl weiter auf ein Entgegenkommen der Stadt. Er habe nie aufgemuckt, als Baufahrzeuge seinen Parkplatz umgepflügt haben. Er habe auch nie etwas gesagt, als vor Wahlen ohne Abstimmung Wahlplakate auf seinem Privatgrundstück aufgestellt wurden. Jetzt müsse er an sich und seine Angestellten denken: "Ich habe genug unter dem Bau der 'B75 neu' gelitten!"