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Kfz-Innungsversammlung des Kreis Harburg: Diesel bleibt ein wichtiges Thema

Joachim Czychy, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeughandwerks des Kreises Harburg
 
Andre Schleusener, Kundendiensttechniker der Firma WM
ah. Landkreis. Das wichtigste Thema innerhalb der Kfz-Branche bleibt der Diesel-Pkw. So auch auf der Frühjahrsversammlung der Innung des Kraftfahrzeughandwerks des Kreises Harburg. Dort begrüßte Joachim Czychy, Obermeister der Innung, Andre Schleusener als Referenten. Er informierte die Vertreter der Kfz-Betriebe über die Nachrüstungsarten für Dieselfahrzeuge. Dabei stellte er die Produkte von vier Herstellern vor. Diese würden für eine Verbesserung der Emissionen sorgen. Doch blieben auch bei diesen Systemen mehrere Fragen. Die Messmethoden gingen fast immer von idealen Temperaturen aus, die in Deutschland aber nicht durchgängig herrschen. Zweitens dauert es eine längere Zeit, bis die Zulassung der Systeme gesetzlich erfolgt. Und die für den Verbraucher wohl wichtigste Frage: Was kostet der Einbau des Nachrüstsystems? Nach einer Schätzung von Experten kommt ein Betrag in Höhe bis zu 3.500 Euro zuzüglich der Einbaukosten zustande. Dieses rechne sich für ältere Fahrzeuge kaum. Fahrzeugbesitzer würden diesen Betrag sicher nicht investieren, so der Referent.
Joachim Czychy wies beim Blick auf die Marktlage darauf hin, dass die Käufer von Neuwagen durch die Dieseldiskussion stark verunsichert seien und sich für Fahrzeuge mit Benzinaggregaten und alternativen Antrieben entschieden hätten.
Der Obermeister betonte auch, dass die Händler durch die Dieselaffäre beträchtliche Verluste bei der Vermarktung von Diesel-Fahrzeugen hinnehmen mussten.
"Wir benötigen so schnell wie möglich eine verbindliche Hardware-Nachrüstung. Es ist eine Zumutung, wenn die Hersteller meinen, Software-Updates seien ausreichend. Es handelt sich dabei um rund 4,5 Millionen Dieselfahrzeuge. Schließlich müssen wir uns den Kundenfragen stellen", so Joachim Czychy. Er verwies darauf, dass die Politik gefordert sei, die Hersteller zu entsprechender Nachrüstung zu zwingen. "Denn schließlich geht es hier um Arbeitsplätze in mittelständischen Unternehmen", sagte Joachim Czychy.
Er berichtete in seiner Ausführung weiter, dass die Kraftfahrzeug-Innung des Kreises Harburg momentan 114 Mitglieder, vier Gastmitglieder und sechs Ehrenmitglieder habe. Es sind 34 Junge Menschen in der Ausbildung zu Automobilkaufleuten, 179 in der Ausbildung zum Mechatroniker, neun lernen in der Nutzfahrzeugbranche und zwei in der System- und Hochvolttechnik.


VW in Zugzwang
Die Gerichte urteilten immer öfter in der VW-Dieselaffäre für die Kunden. So stellte das Oberlandesgericht Hamm in einer mündlichen Verhandlung klar, es könne die Abschaltvorrichtung als erheblichen Sachmangel beurteilen und beim Software-Update von einer unzumutbaren Nachbesserung ausgehen (28 U 232/16). Ähnlich sah es das OLG Oldenburg (13 U 54/17). In einem Verfahren vor dem Landgericht Vreden (5 O 280/16) stellte ein Gutachter zudem fest, dass der VW Tiguan des Klägers aufgrund der Manipulation acht Prozent an Wert verloren habe. Das berechtigt - nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes - zum sofortigen Rücktritt vom Kaufvertrag.