Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Das "Fährhaus Kirschenland" steht zum Verkauf

Eine beeindruckende Immobilie am Elbdeich: das "Fährhaus Kirschenland" (Foto: am)
Das "Fährhaus Kirschenland" wird verkauft / Wilhelm Stubbe denkt "schweren Herzens ans Aufhören"

tk. Jork. 1.600 Quadratmeter Gesamtfläche hat diese Immobilie am Elbdeich im Alten Land. Vom Balkon hat der Besitzer des Traumhauses einen Blick auf den Strom, so lobt der Makler das Anwesen. Doch hinter dieser Anzeige steckt viel mehr als nur ein normales Immobilienangebot: Das Fährhaus Kirschenland steht zum Verkauf. Im Festsaal fanden ungezählte Hochzeiten und Bälle statt. Seit mehr als 200 Jahren ist das Fährhaus ein Gastronomiebetrieb. Besitzer Wilhelm Stubbe sagt dem WOCHENBLATT: "Es ist Zeit, schweren Herzens ans Aufhören zu denken."



80 Jahre alt wird Stubbe im kommenden Jahr. Das Fährhaus Kirschenland hat er 1970 gekauft. "Es hat mir immer Spaß gemacht", sagt der Gastronom. Auch die Wochen mit 100 Arbeitsstunden. Mehr als 5.000 Hochzeiten sind im "Fährhaus Kirschenland" während seiner Ägide über die Bühne gegangen. Und die Arbeit hinter dem Tresen im Fährhaus hat der Jorker schon als Jugendlicher kennengelernt, wenn er bei großen Gesellschaften ausgeholfen hat.

Wer mit Wilhelm Stubbe über den Verkauf redet, kann sich derzeit nicht vorstellen, dass wirklich das Ende naht. Nach dem Termin mit dem WOCHENBLATT in seinem Büro in Jork stehen noch zwei weitere Gespräche an. Der Gastronom plant mit Kunden zwei Feiern.

Über den Verkauf zu reden, findet Stubbe, sei ein wenig so, als ob er bei lebendigem Leib über seine Todesanzeige sprechen würde. Er fügt daher im gleichen Atemzug hinzu: "Die 175 Veranstaltungen, die jetzt schon für das nächste Jahr gebucht sind, werden wir natürlich machen."

Wilhelm Stubbe hat in den vergangenen Jahren schon öfter widersprochen, wenn das Gerücht die Runde machte, dass er das Fährhaus abgebe. "Bisher war das Blödsinn", sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Jetzt sei es an der Zeit, das Thema ernsthaft zu bewegen. Aus seiner Familie werde niemand das "Fährhaus Kirschenland" übernehmen. Auch wenn jetzt schon eine Immobilienanzeige für den Verkauf der beeindruckenden Immobilie wirbt - "das brennt nicht unter den Nägeln", meint Stubbe. Er würde es gerne sehen, wenn die Gastronomietradition erhalten bliebe. "Und mein Team weiterbeschäftigt wird", fügt er hinzu.

Mit Überzeugung dabei zu sein ist wahrscheinlich die Erklärung dafür, warum Wilhelm Stubbe auch mit 79 Jahren noch nicht in Rente ist. "Wenn ich wieder auf die Welt käme, würde ich keinen anderen Beruf als den des Gastronomen wählen, sagt er.
•Infos zum Verkauf des "Fährhaus Kirschenland" unter www.von-poll.de