Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Buxtehuder "Samel"-Fassade: "Bauchschmerzen" mit einem "Geburtstagsgeschenk"

Das "Samel"-Haus (grüne Fassade) soll der neue Haupteinang des Museums werden. Idee der Grünen: Die ehemalige Gründerzeitfassade wird rekonstruiert (Foto: tk)
Michael Lemkes Herzensprojekt "Samel"-Fassade liegt (noch) nicht auf Eis

tk. Buxtehude. "Wir wollen zumindest noch ein paar Schritte mitgehen", sagte Alexander Krause (CDU) in der Sitzung des Buxtehuder Bauausschusses. Das war für Michael Lemke, Co-Fraktionschef der Grünen, ein echtes Geburtstagsgeschenk. Er ist an diesem Tag 50 Jahre alt geworden und die Rekonstruktion der Gründerzeitfassade des "Samel"-Hauses am Petri-Platz ist ihm ein Anliegen. Der Ausschuss votierte dafür, dass es ein Treffen von Denkmalschutz- und Bauexperten geben soll, um die Chancen des Vorhabens auszuloten. bevor es überhaupt zu einer Machbarkeitsstudie kommen könnte. Möglich ist auch, dass dieses Projekt danach als Wolkenkuckucksheim in der Schublade verschwindet.

Hintergrund: Das denkmalgeschütze "Samel"-Haus wird Teil des Buxtehude-Museums. Dort entsteht unter anderem der künftige Haupteingang. Die ehemals prächtige Fassade wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr rekonstruiert. Das will Michael Lemke jetzt erreichen.

"Wir brauchen etwas Besonderes für unser Museum", sagte er. Für die Grünen sei die Fassaden-Rekonstruktion, die überwiegend aus Spenden und Zuschüssen finanziert werden könne, "eine einmalige Chance", so Lemke.

Michael Nyveld, Erster Stadtrat und Chef der Bauverwaltung, begründete sein Nein. Er fände es gut, dass es solch kreative Ideen gebe, doch die Rekonstruktion "suggeriere eine historische Fassade ohne Entsprechung im Inneren". Auch denkmalschutzrechtlich werde das nicht funktionieren. "So, wie sich die Fassade jetzt präsentiert, erzählt sie die wechselvolle Geschichte des Hauses", sagte Nyveld. Zudem gab er zu bedenken, dass die beeindruckende Gründerzeitfassade das "Museum abschotte". Dabei sei gerade die Öffnung zu Petri-Platz gewollt.

Alexander Krause hatte "Sympathie für das Vorhaben" und Benjamin Koch-Böhnke (Linke) will wissen, wie groß der Aufwand für eine Machbarkeitsstudie wäre. Laut Michael Nyveld wären Kosten und Aufwand erheblich, denn es müssten Experten, etwa ein Restaurator, von Anfang an mit dabei sein.

Die SPD lehnt das Vorhaben rundweg ab. Zu teuer und zu spät. Das Museum sei in weiten Teilen fertig geplant, eine neue Fassade würde zu einer unnötigen und teuren Neuplanung führen. "Dass es noch Fördermittel für das bereits laufende Projekt Museumserweiterung geben könnte, glaube ich nicht", sagte Horst Subei (SPD).
Jetzt wird es zeitnah einen Vor-Ort-Termin mit Fachleuten geben. Ob daraus tatsächlich eine Machbarkeitsstudie hervorgeht, darf bezweifelt werden. Auch wenn die CDU Sympathien für dass Projekt hegt, Stefan Schilling "hat Bauchschmerzen" damit. So war es auf jeden Fall eine nette Geste gegenüber dem Geburtstagskind.