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Frieden durch Religion? Alle Glaubensrichtungen haben gemeinsame Werte

Sie waren sich einig (v.li.): Oliver Petersen, Uwe Keilhack und Abdullah Uwe Wagishauser... (Foto: tk)
Podiumsdiskussion der Ahmadiyya Muslim Jamaat

tk. Buxtehude. Wenn sich die Staaten der Weltgemeinschaft nicht am Sitz der Vereinten Nationen in New York, sondern im Kulturforum in Buxtehude getroffen hätten, wäre die Welt seit Mittwochabend ein Stück friedlicher. Die muslimische Ahamdiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ) aus Buxtehude hatte zu einer Podiumsdiskussion "Frieden durch Religion" eingeladen. Vertreter des Islam, des Buddhismus, der evangelischen Kirche, ein Religionswissenschaftler und ein Landtagsabgeordneter der Grünen waren sich einig: Es gibt viele übereinstimmende Werte in den unterschiedlichen Religionen, die zu Toleranz und Menschlichkeit mahnen.

Auf dem Podium: Abdullah Uwe Wagishauser, Bundesvorsitzender der AMJ, der Buxtehuder Schulpastor Uwe Keilhack, Oliver Petersen vom Tibetischen Zentrum aus Hamburg, der Landtagsabgeordnete Heiner Schöling, religionspolitischer Sprecher der Grünen, und Prof. Dr. Wolfram Weiße, Direktor der Akademie der Weltreligionen in Hamburg.

"Wenn mit Religion Krieg gerechtfertigt wird, geht das am Kern von Religion vorbei", so Weiße. Der Terror des IS habe nichts mit dem Islam zu tun, ergänzte Wagishauser. Und Buddhist Petersen warnte: "Religion wird dann missbraucht, wenn sie ein absolutes Wissen für sich in Anspruch nimmt."
Pastor Keilhack verwies unter anderem auf die Bergpredigt. "Demzufolge muss jeder Mensch wertgeschätzt werden." Um gesellschaftlichen Frieden herzustellen, sieht der Landtagsabgeordnete Schöiing alle Religionsgemeinschaften in der Pflicht: "Sie tragen dafür eine Verantwortung."

Einigkeit auf dem Podium: Es gibt einen übereinstimmenden Wertekanon der Weltreligionen. Wie soll der aber in den Köpfen der Menschen ankommen? Nur durch Wissen über den eigenen und den Glauben der anderen, so alle Referenten. Dabei komme der Schule eine herausragende Bedeutung zu. Islamischer Religionsunterricht müsse in allen Bundesländern Standard sein, so Wagishauser. Religionswissenschaftler Weiße fordert dagegen einen gemeinsamen multi-religiösen Unterricht aller Glaubensrichtungen.

Eine Diskussion über Frieden durch Religion kann derzeit nicht auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland verzichten. Pastor Uwe Keilhack zitierte die Bibel: "Wir müssen sie aufnehmen wie Brüder", und Uwe Wagishauser ergänzte: "Wir sind auch durch unseren Glauben verpflichtet, zu helfen." Hinter die Frage "Frieden durch Religion?" setzten alle Teilnehmer der Debatte ein großes Ausrufe- und kein Fragezeichen.