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Er hilft den Allerärmsten: Abiturient aus Ahlerstedt geht nach Uganda

Bricht in Kürze nach Afrika auf: Julian Winter
 
Das Hilfsprojekt bietet Waisenkindern eine neue Heimat
jd. Ahlerstedt. Die Flüchtlings-Welle beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Kein Tag vergeht ohne Berichte über die Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen, um Bürgerkrieg und widrigen Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entfliehen. Dabei geraten das Not und Elend großer Bevölkerungsteile in vielen afrikanischen Staaten immer mehr aus dem Blickwinkel der europäischen Öffentlichkeit. Doch dort ist Hilfe genauso dringend vonnöten. Einer, der sich direkt vor Ort um die Ärmsten der Armen kümmern will, ist Julian Winter aus Ahlerstedt. Der 18-Jährige betreut für ein halbes Jahr Aids-Waisen in Uganda.

Das Fundament für eine erfolgreiche berufliche Zukunft ist gelegt: Mit der Traumnote 1,1 machte Julian im Sommer sein Abitur - als Jahrgangsbester. Doch anders als die meisten seiner Mitschüler will der junge Mann nicht sofort die Karriereleiter erklimmen: "Mir schwebte schon länger vor, mich nach der Schule sozial zu engagieren." Am besten dort, wo die Not groß ist und Hilfe dringend benötigt wird, so Julian. Über Bekannte stieß er auf eine kleine karitative Organisation in Lübeck: Der Verein unterstützt das Hilfsprojekt "Give me hope Africa" in der ugandischen Stadt Mbale.

In dem rund 70.000 Einwohner zählenden Ort betreibt ein Ehepaar gemeinsam mit einigen Mitstreitern ein Waisenhaus, in dem derzeit rund 30 Kinder untergebracht sind. Derzeit ist man dabei, eine Schule zu bauen, damit die Schützlinge gleich an Ort und Stelle unterrichtet werden können. "Da es sich um einzelnes Projekt handelt, kommt die Hilfe auch direkt bei den Betroffenen an", sagt Julian. Spenden würden nicht in dunklen Kanälen versickern.

Auf der Homepage von "Give me hope" wird das Schicksal der Kinder geschildert: Einige landeten bereits mit fünf oder sechs Jahren auf der Straße, nachdem ihre Eltern an Aids gestorben waren. Besonders betroffen macht der Bericht über die kleine Beatrice: Sie war bereits bei der Geburt HIV-positiv. Nach dem Tod der Mutter wollte der Vater das kranke Baby loswerden. Er warf das acht Monate alte Kind einfach ins Plumpsklo, um es zu "entsorgen". Ihre Tante rettet die Kleine und schützt sie vor weiteren Attacken des Vaters. Als diese selbst schwer erkrankt, kommt Beatrice in das Waisenhaus von "Give me hope".

Solche Schicksale gehen Julian unter die Haut: "Ich möchte dazu beitragen, das Leid dieser Kinder ein wenig zu lindern." Die Kosten für den Flug und den Aufenthalt in Uganda bestreitet Julian aus eigener Tasche. Auch für die meisten Schutzimpfungen musste erselbst aufkommen. Bei einem Ausrüster für Fernreisen deckte er sich mit spezieller Schutzkleidung gegen Parasiten ein. Was ihn ein wenig ärgert: "Meine Zeit in Uganda wird nicht als freiwilliges soziales Jahr anerkannt." Zudem ruhe die Kindergeld-Zahlung. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass solch ein Einsatz seitens der Behörden ein wenig mehr honoriert wird", meint Julian.

• In der kommenden Woche fliegt Julian nach Afrika. Freunde und Verwandte will er über einen Internet-Blog auf dem Laufenden halten: https://wanderlvsty.wordpress.com

• Infos: www.give-me-hope-africa.com