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Fall Buddelmann: Weiter warten auf den Bebauungsplan / Verfahren in Harsefeld zieht sich hin

Das geplante Baugebiet aus der Luft (Foto: Flecken Harsefeld)
jd. Harsefeld. Manche Häuslebauer schaffen es, innerhalb eines Jahres ihr Traumhaus zu errichten. Davon kann die Familie Buddelmann aus Harsefeld nur träumen. Ob der Junior tatsächlich im elterlichen Garten bauen darf, steht nach mehr als zwei Jahren weiter in den Sternen. Nachdem der Landkreis erklärte, dass das Bauvorhaben nicht als Lückenbebauung gilt, und deshalb eine Baugenehmigung verweigerte, reagierte - nicht zuletzt auf Druck des WOCHENBLATT - die Gemeinde. Doch das Verfahren zieht sich hin. In diesem Jahr dürfen die Buddelmanns bestimmt noch nicht zum Spaten greifen.

Um den Hausbau zu ermöglichen, will die Gemeinde das bisher nicht überplante Areal in zweiter Reihe, in dem sich hauptsächlich Gärten befinden, mit einem Bebauungsplan versehen. Im Herbst 2015 wurde ein entsprechender Aufstellungsbeschluss gefasst und im Februar dieses Jahres wurden die Anwohner auf einer öffentlichen Versammlung über das Vorhaben informiert. Da wurde schon deutlich, dass der B-Plan nicht bei allen betroffenen Grundeigentümern auf Zustimmung stößt. Einige fürchten um ihre Ruhe, wenn im hinteren Bereich neue Häuser entstehen.

Entsprechende Einwände sind zwischenzeitlich im Rathaus eingegangen. Allerdings haben Bürger und Behörden nochmals Gelegenheit, Bedenken und Anregungen vorzutragen: Sobald die öffentliche Auslegung erfolgt, können Stellungnahmen abgegeben werden. "Sollte sich dann abzeichnen, dass eine Mehrheit der Anwohner keinen B-Plan will, kann das gesamte Verfahren abgebrochen werden", sagt Bauamtsleiter Peter Walthart: "Derzeit sieht es danach aber nicht aus."

Laut Walthart ist es oftmals wesentlich schwieriger, einen B-Plan im sogenannten Innenbereich auf den Weg zu bringen als ein Neubaugebiet zu schaffen: "Bei neuen Wohngebieten gibt es nur selten direkte Nachbarn, auf deren Belange Rücksicht genommen werden muss." Die Abwägung der gegensätzlichen Interessen in den Ortslagen sei hingegen oftmals recht schwierig. "Planen im Bestand bleibt daher für die Kommunen in der nächsten Zeit eine große Herausforderung", so Walthart.