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Offene Türen an Heiligabend

"Hereinspaziert": Das katholische Gemeindehaus in Harsefeld steht an Heiligabend für jeden offen
jd. Harsefeld. Drei Harsefelder Katholiken bieten ein gemütliches Beisammensein für alleinstehende Menschen an. Der Vater schneidet im weißen Oberhemd den Festtagsbraten an, die Mutter legt das schönste Lächeln des Jahres auf, während ihr Schmuck mit der Weihnachtsbaumdeko um die Wette funkelt, und die Großeltern schauen vom Sofa aus mit einem süßlichen Lächeln zu, wie die Enkel die Geschenke auspacken: So aufgesetzt wie in der Werbung spielt sich Heiligabend wohl in den wenigsten Familien ab. Allerdings ist es für die meisten ganz selbstverständlich, dieses Fest im Kreis der Liebsten zu begehen. Doch die Zahl derjenigen, die selbst an diesem besonderen Tag einsam sind, wird immer größer. "Das Weihnachtsfest muss niemand allein verbringen", sagen nun drei engagierte Katholiken aus Harsefeld. Sie laden erstmals zu einem "Heiligabend der offenen Tür" ein.

Zwischen 18 und 23 Uhr stehen am 24. Dezember die Pforten des katholischen Gemeindehauses weit offen für alle, die sonst niemanden haben. "Wir möchten diesen Menschen ein paar glückliche Stunden und ein wenig Ablenkung von den Sorgen des Alltags bescheren", sagt Renate Maier. Die Leiterin einer Frauengruppe in der katholischen Gemeinde Harsefelds richtet den Abend gemeinsam mit ihrem Ehemann Wolfgang und Mitstreiterin Irmgard Haarhaus aus, die ebenfalls seit Jahren in der Gemeinde ehrenamtlich aktiv ist.

Auf die Idee, zu Weihnachten einen Abend der Begegnung anzubieten, kam das Trio während eines Aufenthalts im Benediktinerkloster Nütschau (Schleswig-Holstein): "In den vergangenen Jahren verbrachten wir die Festtage in der Ruhe und Abgeschiedenheit des Klosters, um dem Konsumrummel rund ums Weihnachtsfest zu entgehen und wieder den Blick für das Wesentliche zu bekommen", berichtet Renate Maier. Dort seien sie erstaunlich vielen - auch jüngeren - Menschen begegnet, die gerade an den Festtagen der Einsamkeit entfliehen wollten.

Das Angebot, Heiligabend gemeinsam im katholischen Gemeindehaus zu verbringen, richte sich aber nicht nur an Katholiken, betonen die drei. Es sollen sich nicht nur Angehörige anderer christlicher Konfessionen, sondern auch anderer Religionen angesprochen fühlen. Ein Christ sei genauso willkommen wie ein Hindu oder Moslem. "Uns geht es schließlich nicht darum, andere zu missionieren", erklärt Wolfgang Maier. Im Vordergrund stehe das Miteinander, hinweg über alle Glaubensgrenzen.

"Wir freuen uns auf ein paar harmonische Stunden und nette Gespräche", sagt Irmgard Haarhaus, die ein paar Geschichten zum Vorlesen mitbringen wird. Ein festes Programm gebe es aber nicht, auch keine Andacht. Jeder dürfe sich mit eigenen Beiträgen einbringen, so Haarhaus: "Wir werden sehen, vielleicht entwickelt sich aus diesem Versuch eine wunderschöne Tradition."

• Das katholische Gemeindehaus in Harsefeld, Böberstroot 11, steht am Dienstag, 24. Dezember, von 18 bis 23 Uhr für alle offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.