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Randale im Harsefelder Waldkindergarten

Krause Nase, gerunzelte Stirn: Ian, Max, Marlon, Romy und Lias (v.li.) schauen mit ihrem bösesten Blick. Sie finden es "total doof", dass Schmierfinken jetzt sogar Bäume und das schöne Indianer-Tipi mit roter Farbe besprüht haben
jd. Harsefeld. Die kleine Romy ist stinksauer: "Die blöden Kerle haben unseren schönen Garten kaputt gemacht". Romy besucht den Harsefelder Waldkindergarten und findet es toll, dort mit ihren Freunden in freier Natur herumzutoben, zu spielen oder ein Gemüsebeet anzulegen. Doch jetzt ist das kleine Beet verwüstet. Die Kartoffelpflanzen, die die Kinder liebevoll pflegten, liegen herausgerupft und vertrocknet herum. Und was Romy noch viel blöder findet: Das schicke weiße Tipi, in dem die Kinder zum Singen, Essen oder Basteln zusammenkommen, wurde mit einem roten Herz besprüht. "Das sieht total doof aus", sagt Romy. "Uns reicht es", sagt Anja Knorr, Leiterin des Waldkindergartens. Sie hat die Randale auf dem Gelände satt und will jetzt mit Hilfe der Eltern die Übeltäter überführen.

"Seit Wochen werden bei uns Gegenstände beschädigt", berichtet Knorr. Die ungebetenen Gäste zertrümmern Sitzgelegenheiten, kokeln oder beschmieren Sachen. Kürzlich seien sämtliche Namensschilder der Kinder von der Leiste mit den Kleiderhaken abgerissen worden. "Das verstehen die Kleinen natürlich nicht, wenn jemand grundlos etwas zerstört", so Knorr. Sie vermutet, dass Jugendliche die kleine Waldlichtung am Harsefelder Ortsrand als Treffpunkt auserkoren haben: "Morgens finden wir dort oftmals jede Menge Müll vor."

Inzwischen gehen sogar einige Eltern auf abendliche "Streife". Mit Erfolg: In der vergangenen Woche stellten sie vier Jugendliche auf dem Gelände. Laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach hatten die jungen Männer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren Drogen dabei. Gegen sie werde nun ein Strafverfahren eingeleitet.
Doch Anja Knorr glaubt nicht, dass nun Schluss mit dem Vandalismus ist: "Das wird eine andere Tätergruppe sein. Wer hier still und heimlich einen Joint rauchen will, wird nichts beschädigen." Sie hat nun vor, eine Wildkamera aufzustellen - in der Hoffnung, die Täter damit abzuschrecken. "Vielleicht hat der Spuk dann ein Ende."