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"Rotenburger Werke" legen los

esprechung auf der Baustelle (v.li.): Friedhelm Sager, Bauleiter Klaus Horeis sowie die Architekten Michael Scherer und Uwe Cappel
jd. Harsefeld. Bauarbeiten für Behinderten-Einrichtung in der Harsefelder Ortsmitte starten jetzt. Das Bauprojekt der Behinderteneinrichtung "Rotenburger Werke" in Harsefeld geht in die heiße Phase: Noch im Mai rücken die Bauarbeiter an, um in der Schulstraße auf dem Gelände des ehemaligen Jugendzentrums ein Wohngebäude sowie eine Tagesförderstätte für Menschen mit Handicap zu errichten. Die Fertigstellung des Objektes ist für den Herbst 2016 angepeilt.

In den kommenden Tagen werden vor Ort jede Menge Laster unterwegs sein: Rund 2.000 Kubikmeter Sand und Erde sollen abtransportiert werden, um den Höhenunterschied von Straße und Baugelände anzugleichen. Das jetzige Gefälle von bis zu drei Metern soll laut Auskunft des Architekten Uwe Cappel auf die Hälfte reduziert werden: "Um die Zuwegung barrierefrei zu gestalten, müssen die Höhendifferenzen möglichst gering sein."

Dass sich nach dem Abriss des alten Schulhauses und der Nebentrakte monatelang nichts tat, liegt laut Friedhelm Sager, Abteilungsleiter Wohnen bei den "Rotenburger Werken", an den behördlichen Bestimmungen: Da die Wohneinrichtung, in der 24 Menschen mit schwerer körperlicher und/oder geistiger Behinderung leben werden, als Pilotprojekt durch das Land Niedersachsen gefördert werde, sei eine bundesweite öffentliche Ausschreibung erforderlich gewesen. Außerdem hätten die Pläne für die Baumaßnahme mehrfach an amtliche Vorgaben angepasst werden müssen.

Diesem zeitaufwendigen Prozedere gewinnt Architekt Cappel durchaus positive Aspekte ab: "Der etwas langsame Entwurfsprozess hat am Ende zu einem reifen Ergebnis geführt, das sich sehen lassen kann." Die Tagesförderstätte sei aufgrund ihrer nicht alltäglichen Bauweise ein "echter Hingucker". Sie ist kreisförmig gestaltet und zur Straße hin mit einem Segment versehen, das aus dem übrigen Objekt herausragt.

In der Förderstätte können laut Sager tagsüber bis zu 19 Menschen betreut werden, die nicht oder noch nicht in Lage sind, eine Tätigkeit in einer Behinderten-Werkstatt aufzunehmen. Spezielle Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, die verschiedensten Förder- und Therapieangebote wahrzunehmen. Außerdem sei das Haus bewusst als Ort der Begegnung konzipiert, so Sager: "Hier können sich Menschen mit oder ohne Behinderung treffen." Die Raumlichkeiten seien auch bestens geeignet für Vorträge oder Konzerte. Stichwort Konzert: Im Obergeschoss erhält der Harsefelder Spielmannszug, der nach dem Abriss der ehemaligen Schulgebäudes quasi "obdachlos" geworden ist, zwei neue Übungsräume.

Bei der Planung der Wohneinrichtung sei der Verein "Wohnprojekt Geest" (WoGee) mit ins Boot geholt worden, so Sager. Dieser Verein, in dem Eltern behinderter Kinder zusammengeschlossen seien, habe an der Gestaltung des Raumprogramms mitgewirkt. Laut Sager gibt es bereits eine lange Bewerberliste: "Wir haben schon jetzt wesentlich mehr Bewerbungen als Plätze." Vor allem aus Harsefeld und den benachbarten Kommunen würde etliche Anfragen vorliegen.