Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Von Burschenschaftlern und Bauernburschen

Ulrike Riepe zeigt das neue Jahrbuch
jd. Harsefeld. Die Autoren des neuen Harsefelder Jahrbuchs "Geschichte und Gegenwart" schreiben über eine Fülle von Themen. Sie schreiben über die Auswirkungen historischer Ereignisse, sie berichten von kleinen Begebenheiten des Altags, sie befassen sich mit kunstgeschichtlichen Themen und sie erzählen davon, wie das Leben auf dem Lande früher mal war: Die Vielfalt der Geschichten und Aufsätze der 19 Autoren im soeben erschienenen Jahrbuch "Geschichte und Gegenwart" ist so bunt wie die Flügel die Schmetterlinge, die Hans-Hinrich Ladwig im ersten Beitrag des Buches vorstellt.

Nach dem Motto "ein Bild sagt mehr als tausend Worte" präsentiert Ladwig die "Beute" seiner Fotoexkursionen: Die Abbildungen zeigen prächtige Nachtfalter in schillernden Farben. Ein wenig mehr Text benötigen die anderen Autoren für ihre Ausarbeitungen, die sich unter anderem mit Fossilienfunden, dem entbehrungsreichen Lehrlingsdasein während des Krieges sowie den Erinnerungen des Oersdorfer Schulmeisters und niederdeutschen Schriftstellers Heinrich Behnken befassen.

Neben plattdeutschen Jagdgeschichten findet sich im Jahrbuch eine Erzählung über die "Zwangsrekrutierung" eines Bargstedter Bauernsohnes. Lesenswert sind auch die Beiträge über die Verfolgung eines Burschenschaftlers durch die Obrigkeit im deutschen Vormärz und über die Inspektion eines päpstlichen Gesandten im Kloster Harsefeld, wo man zwar noch der Reformation trotzte, aber mit den "Abtrünningen" bereits gemeinsame Sache machte. Ein Klassiker ist der Beitrag "Was sind schon 100 Jahre": In diesem stellt Paul Reisener Artikel zusammen, die vor genau einem Jahrhundert in der Zeitung erschienen sind.

Neben den Aufsätzen findet sich im Jahrbuch auch der Bericht des Samtgemeindearchivars Ingo Wilfling. Er rief bei der Vorstellung des vom Verein für Kloster- und Heimatgeschichte herausgegebenen Buches dazu auf, im Archiv nach neuen Geschichten zu stöbern. Die Vereinsvorsitzende Ulrike Riepe kündigte an, bald Abschied von der aktiven Vereinsarbeit zu nehmen: "Immerhin haben mein Mann und ich in all den Jahren fast neun Zentner Jahrbücher verteilt."

• Das Jahrbuch ist in Harsefeld unter anderem im Museum, in der Bücherei sowie in der S+R Bücherstube erhältlich. Es kostet 14,95 Euro.