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Harsefelder Umgehung wird wenig genutzt / Politiker wollen abwarten

Die Ergebnisse der Verkehrzählung: Die Grafik zeigt die Fahrzeuge, die in 24 Stunden auf den Straßen Harsefelds unterwegs sind (Foto: Grafik: SHP Ingenieure (Quelle) / jd)
jd. Harsefeld. Bauausschuss befasste sich mit der Marktstraße / Planer stellte Ergebnisse der Verkehrszählung vor.Abwarten und Tee trinken - frei nach diesem Motto handelt die Harsefelder Politik beim Thema Marktstraße: Der Bauausschuss des Fleckens hat jetzt entschieden, noch nicht zu entscheiden, wie mit der Verkehrssituation in der zentralen Durchfahrt des Ortes umgegangen wird. Durch die schmale, verkehrsberuhigte Straße fahren nach wie vor erheblich mehr Autos als prognostiziert - trotz der neuen Ortsumgehung (das WOCHENBLATT berichtete).

Nun liegen endlich Zahlen auf dem Tisch: Der Planer Jörn Janssen stellte dem Ausschuss das Ergebnis einer Verkehrszählung vor. Danach sind der Marktstraße täglich rund 9.400 Autos unterwegs, während die Ortsumgehung lediglich auf 2.700 bis 3.500 Fahrzeuge pro Tag kommt.

Doch den Ausschussmitgliedern ging es nicht nur um die Anzahl der Pkw in der Marktstraße, sondern auch um das Verhalten der Autofahrer: Die sollen häufig zu schnell durch das Zentrum rauschen und mit ihrer rücksichtslosen Fahrweise nicht selten Fußgänger in Bedrängnis bringen. Das kritisieren jedenfalls manche Harsefelder Bürger.

Über Möglichkeiten, rüpelhafte Raser auszubremsen, dachte Planer Janssen auf der Ausschuss-Sitzung laut nach: Allerdings sind seine Ideen, das Tempolimit auf 20 km/h zu senken oder zusätzliche Barrieren wie Poller aufzustellen, auch nicht gerade neu. Janssen räumte ein, dass die Fahrbahnverengung zwischen dem Schuhhaus Steffens und dem Trendshop ihre eigentliche Funktion verfehlt habe. Dort müssen Fußgänger auf ihre Füße achtgeben, weil Autos in diesem "Engpass" bei Gegenverkehr häufig in den Seitenraum ausweichen. Der Kommentar des Planers: "So war das nicht gedacht."

Nach Janssens Einschätzung sind die Harsefelder zu häufig mit dem Pkw im Ort unterwegs. Er sprach sich für eine Öffentlichkeitskampagne aus, um ein anderes Bewusstsein bei den Bürger zu erzielen. "Der Fuß- und Radverkehr muss gefördert werden, damit nicht mehr so viele kurze Wege mit dem Auto zurückgelegt werden."

Ins gleiche Horn stieß der Grüne Ralf Poppe. Er beantragte, die Fahrbahnen in der bestehenden Tempo-30-Zone mit Fahrrad-Piktogrammen zu versehen, um die Radfahrer auf die Straße zu bringen. Denn rücksichtslose Radler auf Gehwegen sind ein weiteres Problem. Doch Poppe zog seinen Antrag zurück, nachdem die anderen Fraktionen ihre Ablehnung signalisiert hatten.

So entsprach der Ausschus schließlich dem Wunsch der Mehrheit der Marktstraßen-Geschäftsleute, zunächst die Entwicklung des Verkehrs abzuwarten und vorerst keine Maßnahmen zu ergreifen. Die Verwaltung wird beauftragt, im Sommer 2014 konkrete Vorschläge zur Verkehrsberuhigung in der Marktstraße vorzulegen - sofern das dann noch erforderlich sein sollte.