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Eine Notunterkunft für 150 Asylbewerber im Gasthaus in Hollenstedt?

Das Gasthaus Heins als Notunterkunft für Asylbewerber? Der Landkreis bestätigt Verhandlungen mit dem Inhaber bzw. Investor (Foto: gb)
bim. Halvesbostel. Der Landkreis Harburg steht bei der Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge buchstäblich mit dem Rücken zur Wand. Jetzt sind viele Bürger in Halvesbostel (Samtgemeinde Hollenstedt) verunsichert: Das in der Region bekannte und gut geführte Gasthaus Heins in Holvede könnte zur Notunterkunft für bis zu 150 Asylbewerber werden, hieß es in einem anonymen Schreiben ans WOCHENBLATT, dessen Verfasser diese Information nach eigenen Angaben „aus sicherer Quelle weiß“. Demnach gebe es derzeit Verhandlungen zwischen dem Landkreis und dem Gasthaus.
Diese Flüchtlingsanzahl wäre angesichts der nur insgesamt rund 750 Einwohner in Halvesbostel, davon ca. 250 im Ortsteil Holvede, enorm. „Es kann nicht sein, dass ein kleines funktionierendes Dorf mit 250 Einwohnern ohne Infrastruktur innerhalb von kürzester Zeit mit 150 Asylbewerbern überschwemmt und zu einem Getto umfunktioniert wird“, so der anonyme Schreiber. Am schlimmsten findet er aber, dass die Presse und Einwohner nicht informiert werden sollen, bevor der Vertrag nicht „in festen Tüchern“ sei, obwohl schon im Januar 2015 die ersten Asylbewerber kommen würden.
Der Landkreis bestätigt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass der Kreis seit ca. zweieinhalb Wochen mit dem Inhaber bzw. dem Investor des Gasthauses Heins über eine befristete Nutzung des Gebäudes als Notunterkunft im Gespräch sei. „Die Verhandlungen gestalten sich allerdings schwierig, sodass wir momentan keine Aussage dazu treffen können, wann bzw. ob überhaupt eine Einigung erzielt werden kann. Das Projekt ist noch keineswegs spruchreif“, so Kreissprecher Johannes Freudewald.
Notunterkünfte sollen zwar möglichst vermieden werden. Der Landkreis müsse aber vorbereitet sein, falls geplante Unterkünfte nicht rechtzeitig fertiggestellt werden oder die Zahl der Plätze für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge nicht ausreicht. Diese müssten dann vorübergehend in Notunterkünften mit Raumgrößen zwischen 80 und 150 Personen untergebracht werden.
Bereits Anfang September hatte die Kreisverwaltung angesichts der steigenden Zuweisung von Asylbewerbern in einer Pressemitteilung angekündigt, auch Turnhallen, Gasthöfe und Schützensäle als Notunterkünfte zu prüfen für den Fall, dass die Gemeinden keine geeigneten und kurzfristig nutzbaren Gebäude oder Flächen melden (das WOCHENBLATT berichtete).
Insofern sowie über diverse Veranstaltungen sei die Bevölkerung „sehr konkret informiert“. Während der laufenden Verhandlungen mit Eigentümern und Gemeinden über mögliche Standorte würden aber keine konkreten Detailinformationen veröffentlicht, bevor es zu einer Einigung komme.
„Die Einrichtung einer Notunterkunft ist an keinem Ort unproblematisch. Wir können uns derzeit bei der Suche nach geeigneten Objekten aber nicht primär an Einwohnerzahlen orientieren“, so Freudewald.
Landrat Rainer Rempe hat die Gemeinden bei einem Treffen mit über 40 Ortsbürgermeistern Mitte November nochmals aufgefordert, bis zum 5. Dezember Vorschläge für kurzfristig nutzbare Gebäude oder Grundstücke zu melden.