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Käthe Schlüter: "Mein geschenktes Leben"

Käthe Schlüter kann heute wieder lachen. Das fiel ihr vor fünf Jahren noch deutlich schwerer
bc. Moisburg. „Mir wurde ein zweites Leben geschenkt“, sagt Käthe Schlüter voller neu gewonnener Energie. Dass die 69-Jährige aus Moisburg heute so unbeschwert mit dem WOCHENBLATT-Redakteur quatschen kann, war vor fünf Jahren nicht abzusehen. Ihr Leben hing am seidenen Faden. Erst eine Knochenmark-Spende bewahrte sie vor dem sicheren Tod. „Heute genieße ich jeden Tag“, erzählt die Frau.

Ihre Geschichte: Im November 2009 geht Käthe Schlüter zum Arzt. Eine seit Wochen andauernde Erkältung will nicht abklingen. Ein Blutbild wird erstellt. Die Diagnose trifft die Frau wie ein Schlag. Leukämie!

Noch am selben Tag muss sie ins Krankenhaus nach Hamburg-Altona. Käthe Schlüters langer Kampf beginnt. Mehrere Chemotherapien bringen nicht den erhofften Erfolg. Der Blutkrebs ist stärker. Nur eine Stammzellen-Transplantation kann ihr das Leben retten. Ein passender Spender muss her. „Es ging um Leben und Tod, aber ich wollte es unbedingt schaffen“, sagt Käthe Schlüter.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS, siehe Kasten) ist ihre große Hoffnung. Eine Spenderin, eine 47-jährige Frau aus Hamburg, wird schließlich gefunden. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren am 31. August 2010 wird Käthe Schlüter Knochenmark transplantiert. Die Nebenwirkungen nagen an ihr. „Mein Körper war auf null heruntergefahren. So muss sich Sterben anfühlen“, erzählt sie.

Doch ans Aufgeben verschwendet Käthe Schlüter keinen Gedanken. Ein Foto ihrer zwei Enkel, das an der Wand ihres Zimmers im Krankenhaus hängt, gibt ihr Kraft: „Ich wollte unbedingt wieder nach Hause.“

Nur drei Wochen später darf Käthe Schlüter die Klinik verlassen. Auch wenn sie noch immer regelmäßig zu Nachuntersuchungen muss, hat es die frühere Taxi-Unternehmerin gepackt. Ihre Blutwerte sind in Ordnung. Sie ist zurück im Leben. „Meine Kinder und Enkel haben mir unwahrscheinlich geholfen“, sagt sie.

Diesen einen Moment wird Käthe Schlüter nie vergessen: das erste Treffen mit ihrer Stammzellenspenderin. „Ich bin ihr voller Dankbarkeit gleich um den Hals gefallen“, sagt sie, während ihr Körper von einer Gänsehäut überlaufen wird.

Stolz ist Käthe Schlüter auf ihren 18-jährigen Enkel, der sich kürzlich bei der DKMS als Knochenmark-Spender registriert hat: „Ohne die DKMS wäre ich wohl nicht mehr am Leben.“


Weltweit größter Dateienverbund

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sucht und vermittelt Stammzellspender für Menschen mit Blutkrebs und anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Mit weltweit insgesamt mehr als 3,9 Millionen Registrierten (davon drei Millionen in Deutschland) und mehr als 39.000 ermöglichten Stammzelltransplantationen (davon fast 37.000 in Deutschland) ist die DKMS-Familie der weltweit größte Dateienverbund. Den Anstoß zur Gründung gab 1991 das Schicksal der an Leukämie erkrankten Mechtild Harf.