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Mieser Freibad-Sommer

Na, wann kommt der nächste Schauer? WOCHENBLATT-Redakteurin Anke Settekorn traut sich nur mit Schirm, Regenjacke und Gummistiefeln ausgestattet ins Freibad (Foto: tw)

Schlechtes Wetter ist schuld: Alle Freibäder in der Region verzeichnen deutliche Besucherrückgänge.

(kb/mum/os/bim/ce). Starkregen, Sturmböen, Überschwemmungen: Der Sommer hat sich in diesem Jahr nicht gerade von seiner besten Seite präsentiert, er ist der nasseste seiner Art seit 15 Jahren. Gummistiefel waren meist angebrachter als Sandalen, der Spaziergang zur Eisdiele im luftig-leichten Sommerkleid blieb die absolute Ausnahme. In Hamburg wurde in diesem Sommer sogar kein einziger Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad gezählt. Überhaupt war der Sommer im Norden deutlich schlechter als im Süden Deutschlands. Da wundert es nicht, dass in den Freibädern im Landkreis viel zu oft gähnende Leere herrschte. Eine Bilanz zum Saisonende:
• „Die Freibadsaison verlief dem Wetter entsprechend - wenig erfreulich“, bilanziert Hans Wurlitzer, Badbetriebsleiter des Bad Buchholz. Man habe einen Rückgang der Besucherzahlen um 10,1 Prozent - entsprechend rund 4.500 Gäste - zu verzeichnen. Die Zahlen im Hallenbad hätten sich dagegen auf Vorjahresniveau gehalten. Wurlitzer: „Es zeigt sich, dass tendenziell das Hallenbad auch in den Sommermonaten immer mehr an Bedeutung gewinnt.“
• Das Freibad in Hittfeld verzeichnet in diesem Jahr die schlechteste Saison seit 2000. Rund 21.000 Besucher wurden gezählt, in 2016 waren es noch 32.330 Freibad-Fans, im „Jahrhundertsommer“ 2003 sogar fast 50.000. Aufgrund des schlechten Wetters wurde die Freibad-Saison in diesem Jahr eine Woche früher als sonst beendet.
• Der Minusrekord bei den Einnahmen im Waldbad Sieversen ist nicht nur auf das schlechte Wetter, sondern auch die eingeschränkten Öffnungszeiten aufgrund von Personalmangel zurückzuführen. Nur rund 6.000 Besucher kamen in diesem Jahr ins Waldbad.
• Das Jesteburger Freibad musste aufgrund von erheblichen Schäden bereits Anfang August schließen. „Bis dahin hatten wir etwa 19.700 Eintritte zu verzeichnen“, sagt Fachbereichsleiterin Carmen Eggers. Die Einnahmen liegen mit 50.000 Euro deutlich unter dem Ergebnis aus dem Vorjahr (70.000 Euro). Das Defizit beträgt ca. 180.000 Euro.
• Ins Salzhäuser Waldbad kamen in dieser Saison rund 45.800 Badegäste. Im Vorjahr waren es noch 61.924.
• In Bendestorf wurden genauso viele Jahreskarten verkauft wie 2016. Allerdings gingen weniger Einzeltickets über den Tresen. „Voriges Jahr hat sich der goldene Herbst noch günstig auf den Tagesumsatz ausgewirkt, ebenso wie die Tatsache, dass die umliegenden Bäder bereits geschlossen hatten“, so Gemeindedirektorin Bettina Jägersberg. Zu erwähnen ist, dass den Jesteburgern nach der Schließung ihres Bads die Möglichkeit eingeräumt wurde, in Bendestorf schwimmen zu gehen. Dazu konnten die Dauerkarten kostenlos umgetauscht werden. Das Defizit wird auf 115.000 Euro geschätzt.
• Wenn das Hanstedter Waldbad an diesem Samstag schließt, rollen im Anschluss die Bagger an. Wie berichtet, investiert Hanstedt 2,65 Millionen Euro in die umfangreiche Modernisierung. Bleibt alles im Zeitplan, ist die Neueröffnung für Sommer 2018 vorgesehen. Die Einnahmen liegen in der Regel zwischen 40.000 und 60.000 Euro. „Dieses Jahr dürfte der Wert aufgrund des mäßigen Wetters sicherlich am unteren Level liegen“, sagt Gemeindedirektor Olaf Muus. Trotz einer Absorberanlage seien die Heizkosten gestiegen. Das Defizit betrug 2016 etwa 174.000 Euro. „In diesem Jahr gehe ich davon aus, dass sich das Defizit jenseits von 180.000 Euro bewegt“, so Muus.
• Im Hollenstedter Freibad wurden von Mitte Mai bis Anfang September 27.800 Badegäste verzeichnet und damit zwölf Prozent weniger als im vergangenen Jahr, „das auch schon nicht rosig war“, so Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers. Das Defizit beträgt in diesem Jahr 250.000 Euro.
• Im Tesper Freizeitbad wurden in diesem Jahr etwa 10.000 Saisongäste gezählt - rund 2.000 weniger als in 2016.
• Auch im Steller Freibad gibt es deutlich weniger Besucher als in den Jahren zuvor: Bis Ende August wurden rund 24.500 Badegäste gezählt. Im Vorjahr wollten über 10.000 Besucher mehr in Stelle schwimmen gehen.
Auch wenn Freibäder grundsätzlich ein Zuschussgeschäft für die Kommunen sind: Die Defizite in diesem Jahr belasten die Haushalte zusätzlich. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Sommer die Sonne öfter scheint!