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„80.000 Euro in den Sand gesetzt“

UWG-Chef Hansjörg Siede
UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede kritisiert Jesteburger Tourist-Info.

mum. Jesteburg. „Es ist unfassbar, wie locker viele Ratsmitglieder mit unseren Steuern umgehen. Die Gemeinde verfügt kaum noch über finanzielle Spielräume und trotzdem scheinen viele Ratsmitglieder den Ernst der Lage noch immer nicht realisiert zu haben“, sagt UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede. Anlass seiner Kritik ist die Tourist-Info, die seit zwei Jahren in Gemeindehand ist und für die laut Siede noch immer kein tragfähiges Finanzkonzept vorliegt. Sich einen Kostenblock von mehr als 80.000 Euro aufzubürden, sei schon eine waghalsige Entscheidung des alten Gemeinderates gewesen. Doch zwei Jahre später noch immer über kein tragfähiges Finanzkonzept zu verfügen, grenze bereits an Fahrlässigkeit. Siede rechnet vor: „Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Gemeinde mit der Tourist-Info ein Defizit von mehr als 60.000 Euro.“ Mit ihrer bisherigen Idee konnte sie nicht einmal die Hälfte der Vermieter von Fremdenzimmern für sich gewinnen. Die Mehrheit lehnte eine Zusammenarbeit aufgrund der hohen Kosten ab." Siede weiter: "Wenn den Vermietern die Dienstleistung der Tourismus-Information nicht einmal 14 Euro im Monat wert ist, dann muss die Verwaltung sich fragen lassen, ob das Angebot tatsächlich marktgerecht ist. In Zeiten des Internets als Gemeinde auf ein eigenes Buchungsportal als wesentliche Ertragssäule zu setzten, lässt schon einen erheblichen Realitätsverlust erkennen." Mit dem vom alten Gemeinderat eingeschlagenen Weg versuche man mit Mitteln von vorgestern Lösungen für gegenwärtige Probleme und die zukünftigen Herausforderungen zu finden. "Wenn die Gemeinde schon überzeugt ist, als Unternehmer tätig sein zu können, dann muss sie sich
auch daran messen lassen, ob die eingesetzten Steuermittel gut angelegt sind. Die Steuerzahler haben
ein Anrecht darauf, dass mit ihrem Geld ein Nutzen erzielt wird und die Tourismus-Information auf Sicht einen Gewinn erwirtschaftet."
Siede weiter: „Ein Zusammenschluss des kränkelnden Jesteburger Gewerbevereins mit dem Jesteburger Verkehrsverein könnte ein gemeindeunabhängiger Lösungsansatz sein.“ Hanstedt könne als Vorbild dienen: Dort hätten sich Gewerbetreibende und Verkehrsverein zusammengefunden, um gemeinsam die Vermarktung ihrer Leistungen voranzubringen.