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„Wir sind zu keiner Zeit informiert worden“

"Estebogen"-Anwohner Günter Kölln
bc. Cranz. Cranzer Grundeigentümer wehren sich gegen die zu erwartenden Nutzungseinschränkungen auf ihren Grundstücken. Das Ehepaar Günter und Marga Kölln sowie Tochter Kerstin Kölln, allesamt Eigentümer eines Zweifamilienhauses im Wohngebiet „Estebogen“, haben vor wenigen Tagen ihre Einwendungen gegen die geplanten Untersagungen bei der Hamburger Stadtentwicklungsbehörde abgegeben.

Die Befürchtung der Familie Kölln: Ihr Grundstück wird durch die Hochwasserschutzpläne der Stadt Buxtehude mit Minideichen in der Innenstadt (das WOCHENBLATT berichtete) als planmäßiges Überschwemmungsgebiet freigegeben. Um- und Anbauten an bestehende Gebäude sowie das Errichten von Carports wären dann nicht mehr erlaubt, selbst das Pflanzen von Bäumen und Sträuchern wäre illegal.

Bekanntlich sehen die Buxtehuder Pläne eine maximale Aufstauhöhe in Cranz von 3,50 Metern vor, sofern der Fall eintritt, dass das Sperrwerk an der Estemündung wegen Hochwassers in der Elbe über drei Tiden geschlossen bleiben muss.

Bei 3,50 Metern wären jedoch große Teile des Wohngebiets im Außendeich überflutet. Kölln: „Aus den ausgelegten Unterlagen geht nicht hervor, worauf die gegenüber der früheren Festsetzung erhöhten Bemessungshochwasserspiegel zurückgehen.“

Zur Erinnerung: Gebaut wurde im „Estebogen“ seinerzeit auf Grundlage einer möglichen Wasserstauhöhe der Este von 2,95 Meter über Normalnull.

Günter Kölln sieht Versäumnisse bei der Stadt Buxtehude: „Wir sind zu keinem Zeitpunkt über die geplanten Veränderungen informiert worden“, so Kölln. Die Buxtehuder Minideich-Pläne und die daraus resultierende Kanalisierung der Este verschärfe die Lage an der Untereste in einem nicht zu tolerierendem Maße.

Familie Kölln will keine Einschnitte in ihre Besitzverhältnisse hinnehmen: „Wir beantragen die Streichung der Untersagungen, weil sie ohnehin wirkungslos sind.“ Selbst bei Hochwasser sei die Fließgeschwindigkeit bei geschlossenem Sperrwerk nicht sehr hoch. Es bestehe keine Gefahr, dass bauliche Anlagen oder Bäume weggespült werden.