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Voller Saal bei Infoabend über neue Flüchtlingsunterkunft

Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt über die Unterkunftsknappheit für Flüchtlinge

Bürgerinfoabend zum baldigen Bezug der "Heide-Residenz"

ab. Neu Wulmstorf. Mit über 200 Besuchern war der Saal gut gefüllt: Viele Neu Wulmstorfer waren am Mittwoch zum Bürgerinfoabend der Gemeinde gekommen, die einen, um ihre Hilfe anzubieten, einige, um Zweifel zu bekämpfen, mancher, um seinen Unmut zu äußern. Es ging um den baldigen Einzug der 50 Flüchtlinge, für die das ehemalige Seniorenheim "Heide-Residenz" vom Landkreis Harburg angemietet wurde.

Der Landkreis war auch "Gastgeber" der Veranstaltung, unter anderem vertreten durch Kreisrat Dr. Björn Hoppenstedt, Pressesprecher Johannes Freudewald und die Integrationsbeauftragte Ute Köchel. Nach einer kurzen Begrüßung durch Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig kam Dr. Hoppenstedt auch gleich zur Sache. Sehr bildlich stellte er die momentane Unterkunftsknappheit dar. Er vermittelte in kurzen Worten, dass das Land Niedersachsen jede Woche 35 bis 40 Flüchtlinge im Landkreis "ablade", die dann von der Gemeinde verteilt und versorgt werden müssten - Flüchtlinge werden von der Landesaufnahmebehörde nach der Einwohnerzahl auf die Landkreise verteilt.

Die Informationen würden aufgrund der wenigen Zeit, die zwischen der Ankunft der Flüchtlinge in der Bundesrepublik und der Umverteilung der Menschen vergehe, immer dürftiger. Man könne sich nicht mehr darauf einstellen, wer käme, sodass eine gezielte Aufteilung kaum mehr möglich sei.

Bemerkenswert sei, dass sich überwiegend Männer unter den Flüchtlingen befänden, wenige Frauen, kaum Kinder. Bis Ende 2015 würde sich nach Hochrechnung die Flüchtlingszahl auf 2.300 erhöhen, derzeit seien 620 Plätze in konkreter Planung - wie viele Plätze da noch fehlen, lässt sich leicht feststellen. Aufnahme, Unterbringung und Betreuung - das alles solle dennoch unter menschenwürdigen Bedingungen geschehen.

Warum die Anwohner nicht früher informiert worden seien, denn die Heide-Residenz stehe ja schon lange leer, war eine der dringlichen Fragen seitens einiger Anwesender, was relativ schnell geklärt werden konnte: Erst seit August diesen Jahres stiegen die Zahlen aufgrund der dramatischen Entwicklungen in den Krisengebieten massiv an. Bis dahin hatte Deutschland etwas mehr als 97.000 aufgenommen, bis Ende des Jahres werden es 200.000 sein. Größere Gebäude wurden plötzlich gesucht, darum kam der Entschluss, die Heide-Residenz jetzt endgültig anzumieten, sowie die Einigung mit dem derzeitigen Besitzer sehr kurzfristig.

Auch die zukünftige Sicherheit sorgte bei manchem Bürger für Bedenken und Fragen. Die Rundum-Betreuung der Flüchtlinge erfolge im Heim durch "Human Care", einer Organisation, die sich bereits in anderen Flüchtlingsunterkünften bewährt hat und seit 30 Jahren ihre Dienste als Betreiber anbiete und auch aufkommende Konflikte sehr gut regeln könne. Mit den 51 bereits in Neu Wulmstorf lebenden Flüchtlingen habe es bisher keine Probleme gegeben. Mit einem früher im Ort befindlichen Obdachlosenheim gab es wesentlich mehr Unruhe. Pastor Florian Schneider bot an, mit ihm einmal die in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge zu besuchen und diese Menschen kennenzulernen.

Wer helfen oder Sachspenden zur Verfügung stellen möchte, kann sich an das Mehrgenerationenhaus Courage in Neu Wulmstorf wenden. Dort wurde gemeinsam mit der Lutherkirchengemeinde zum Empfang der Flüchtlinge die Gruppe "Netzwerk Willkommen in Neu Wulmstorf" ins Leben gerufen, die direkt Auskunft geben kann unter 040-72827177. Jeden Mittwoch findet auch im MGH Courage von 10 bis 12 Uhr ein offener internationaler Treff zm Begegnen und Austauschen statt, zu dem jeder herzlich eingeladen ist.