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Zoff um Elstorfs Ortsentwicklung

Die Planungen neuer Wohnbebauung in Elstorf und Schwiederstorf sorgen im Neu Wulmstorfer Rat für Unstimmigkeit

"Der Masterplan passt uns nicht": UWG stimmt gegen Entwurf

ab. Neu Wulmstorf.
Elstorf braucht dringend mehr Einwohner. Bis 2030 sollen 1.000 Bürger zuziehen. Dazu könnten im Südwesten des Ortes die erforderlichen Baugebiete ausgewiesen werden. Doch schon bei den Anfangsplanungen stellte sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) mit einem Antrag quer und holte sich dafür jetzt im Rat Schelte ab.

Ein "Kick-off" für die kommenden Beratungen ab Mitte September sollte die aktualisierte Version des Masterplans für die Ortsentwicklung in Elstorf/Schwiederstorf werden, über die auf der jüngsten Neu Wulmstorfer Ratssitzung abgestimmt wurde. Auf dieser haben Planer mögliche Stellen für eine Wohnbebauung ausgewiesen, die überwiegend im Südwesten und Nordosten von Elstorf/Schwiederstorf liegen. Doch der Masterplan geriet beinahe zur Nebensache, nachdem der Fraktionsvorsitzende der UWG, Jan Lüdemann, mit einem Antrag gegen den Entwurf stimmte. "Der Masterplan passt uns nicht, wir lehnen die südliche Bebauung ab". sagte er.

Begründung: In der Nähe der im Süden liegenden Sport- und Schützenplätze sollte es keine Wohnbebauung geben. Diese Plätze seien vor Jahren extra dort angesiedelt worden und könnten nun "schlimmstenfalls in ihrer Existenz gefährdet werden", so Lüdemann. Nach 40 Jahren hätte man das Geld, um in Ruhe die Ortsumgehung zu bauen, auch dieses Vorhaben sehe er gefährdet. Statt im Süden würde die UWG eine Bebauung im Norden befürworten.

Die CDU, allen voran der Fraktionsvorsitzende Malte Kanebley, brachte das auf Zinne. "Der Flächennutzungsplan gefährdet keine Sportplätze und keine B3neu", so der Christdemokrat. "Wenn dem so wäre, würde es niemand so planen." Außerdem warf er der UWG "völlige Unkenntnis der Sachlage" vor: "Anscheinend hat sich keiner die Mühe gemacht und mal einen Verwaltungsmitarbeiter eingeladen, um sich richtig zu informieren", schimpfte er. Seriöse Politik werde nicht am Tresen gemacht. Außerdem habe die untere Naturschutzbehörde signalisiert, dass im Norden aufgrund der dortigen Landschaftsschutzgebiete nicht gebaut werden könne.

Auch die SPD reagierte mit Unverständnis und bat um mehr Sachlichkeit. Man sei erst am Anfang der Planungen. "Wir wollen uns darüber unterhalten, was möglich ist, und nicht, was nicht möglich ist", warf der SPD-Fraktionsvorsitzende Tobias Handke ein. "Die B3neu wird auf einer politischen Spielwiese instrumentalisiert", sagte er und appellierte daran, in Ruhe alles zu analysieren und zu bewerten.

Auch der ehemalige Elstorfer Ortsvorsteher Peter Hauschild (CDU) sprach sich gegen den Antrag der UWG aus: "Wohnraum in Elstorf ist knapp, jede Fläche muss überprüft werden", gab er zu Bedenken. "Ohne Zuzug werden wir schrumpfen." Der Antrag der UWG, die Flächen im Süden zu streichen, wurde abgelehnt.