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Eiserne Lady hat nasse Füße: Schwebefähre Osten dringend sanierungsbedürftig

Karl-Heinz Brinkmann vor der Schwebefähre

Fundament bröckelt / Wichtiges Ausflugsziel für Kehdingen-Urlauber

tp. Osten. Lange Risse durchziehen die Betonfundamente der Schwebefähre in Osten. Einem TÜV-Bericht zufolge ist das mehr als 100 Jahre alte Technik-Monument an der Oste in Kehdingen dringend sanierungsbedürftig. Experten schätzen die Kosten auf 800.000 bis 900.000 Euro. Angesichts des finanziellen Aufwands sprechen kritische Beobachter schon von einer drohenden Stilllegung.

Der Vorsitzende der „Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten-Hemmoor“, Karl-Heinz Brinkmann (52) hingegen ist zuversichtlich, dass genügend öffentliche Mittel bewilligt werden, sodass die Reparatur bereits im kommenden Jahr erfolgen kann.

Wie berichtet, ließ der Landkreis Cuxhaven als Eigentümer des Wahrzeichens der Oste-Region vor rund einem Jahrzehnt für 1,2 Millionen Euro instandsetzen. Danach nahm der Förderverein den Fahrbetrieb wieder auf. Brinkmann ist einer von drei ehrenamtlichen Fährkapitänen.

Zwischenzeitlich stellte ein Gutachter fest, dass sich die Risse in der Außenhaut der vier riesigen Beton-Fundamente am Flussufer, auf der die einem Brückenkran ähnelnde Stahlkonstruktion ruht, vergrößert hätten. Wasser dringt in den Kern der Betonquader ein. Die "Eiserne Lady" hat "nasse Füße".

Beim Landkreis Cuxhaven läuft die Akquise von Fördergeldern auf Hochtouren. Rund 250.000 Euro kommen vom Landes-Denkmalschutz. Weitere Mittel sind bei Stiftungen, privaten Sponsoren und dem europäischen Leader-Fonds beantragt. Vereins-Chef Brinkmann setzt fest auf die Unterstützung aus dem Topf für die Leader-Region Kehdingen-Oste. Die Förderung seitens der Leader-Region Hadeln sei bereits zugesagt.

Zur Sanierung müssen die Fundamente trockengelegt werden. Dazu werden die Betonsockel mit einer Einschalung versehen und deren Außenschicht erneuert.
Ehrgeiziges Ziel des Fährvereins ist es, den Fährverkehr von April bis Oktober während der Bauarbeiten aufrecht zu erhalten. Zu groß wäre wohl sonst die Auswirkung auf den Tourismus. Laut Karl-Heinz Brinkmann besuchen in jedem Jahr zahlreiche Kehdingen-Urlauber, etwa vom Campinplatz Krautsand oder dem Elb-Dorf Wischhafen, ebenso wie Fahrradgruppen aus dem Alten Land und Stade die Schwebefähre. Der Verein kooperiert u.a. mit der Tourist-Info Kehdingen und dem Natureum Niederelbe in Balje.

Eine weitere aufwändige Instandhaltungsmaßnahme wirft ihre Schatten voraus: Das grün lackierte Metallgerüst des Denkmals (Baujahr 1908) ist mit Roststellen übersät.
Langfristig soll die Schwebefähre, die bis vor dem Bau der Bundesstraßenbrücke 1974 einzige Flussquerung in der Umgebung war, mit sieben weiteren Bauwerken ihrer Art zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt werden. An einem gemeinsamen Antrag arbeiten Kultusministerien verschiedener Länder.

http://www.schwebefaehre-osten.de