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Auflagen für "Shining"-Festival in Himmelpforten

Organisator Christopher Kiel alias DJ "PsyLeik"
 
DJ beim Shining Festival (Foto: Shining Festival)

Drittes Psychedelic Open Air / Samtgemeinde verlangt Lärmschutzgutachten

tp. Himmelpforten. Wegen durchdringender Tiefenbässe hagelte es im vergangenen Jahr Beschwerden - das "Shining"-Festival auf der Stader Geest schien in Gefahr. Nun planen Organisator Christopher Kiel (26) und Veranstalter Michael Hentschel (29) eine Fortsetzung des Open Airs mit elektronischer Tanzmusik im Psychedelic-Stil. Statt bislang in Blumenthal, findet das Festival nun in Himmelpforten statt. Nach den Vorfällen 2015 legt die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten den Organisatoren straffe Bandagen an: Das Ordnungsamt kassiert eine Kaution und fordert ein Lärmschutzgutachten.

"Aus Liebe zur Musik und der besonderen Szene" hat sich Familienvater Michael Hentschel aus Himmelpforten zu einer Wiederholung des "Shining"-Festivals von Freitag bis Sonntag, 12. bis 14. August, entschlossen. Erstmals treffen sich Anhänger der "Psytrance"-Musik, die in den 1990er Jahren von deutschen und israelischen Aussteigern im indischen Bundesstaat Goa erfunden wurde, zum Camping und Feiern auf einem Acker (Hauptstraße/In den Reddern) am Ortsrand von Himmelpforten. Die erwarteten 500 bis 800 Fans stammen vornehmlich aus Norddeutschland und dem Berliner Raum. Live-Acts und DJs, einige davon aus der Schweiz, legen Goa- und Trancemusik auf. Auf dem mit bunten Stretch-Tüchern mit Hippie-Muster geschmückten Areal im Schatten des Funkturms gibt es zwei Tanzflächen, eine Shop-Meile, Essens- und Getränkestände. Besondere Attraktion ist eine Feuershow. Organisator Christopher Kiel aus Buxtehude, von Beruf Flugzeugbauer, ist als DJ "PsyLeik" mit von der Partie.

Zusätzlich zu den für Festivals üblichen Anforderungen wie Absperrung des Areals mit einem Bauzaun, Dixiklos, Ordner, Sicherheitskräfte, Reinigung und Versicherung hat das Ordnungsamt die Schallschutzauflagen verschärft. Bis zwei Uhr nachts darf der Schalldruckpegel am offenen Schlafzimmerfenster des nächsten Gebäudes - in diesem Fall ein Altenheim - 70 Dezibel (vgl. Staubsauger in 1 Meter Entfernung) nicht überschreiten. Zwischen 2 Uhr nachts und 6 Uhr erlaubt die Behörde ruhige Hintergrundmusik. Veranstalter und Organisator verlängern die Ruhephase freiwillig bis 8 Uhr.

Neu ist die aus Michael Hentschels Warte "exorbitant hohe Kaution", die die Kommune zur Sicherung der Lärm-Limits einbehielt. Und: Um erneute Belästigung der Wohnbevölkerung durch die von vielen als nervtötend empfundenen Tiefbässe zu verhindern, schreibt das Ordnungsamt ein Lärmgutachten auf Kosten des Veranstalters vor. Bereits beim Soundcheck am Donnerstag wird zu diesem Zweck eine Schallpegelmessung durchgeführt, bei der besonders die Bassbelastung auf dem Gelände und in der Umgebung ermittelt wird.

Michael Hentschel, der sich für die Unannehmlichkeiten im vergangenen Jahr entschuldigt, hofft auf einen friedlichen Verlauf des Festivals, bei dem Freiheit und Spaß im Vordergrund stehen sollen. Die Feuerwehr Himmelpforten bekommt freien Eintritt und 30 Liter Freibier. Alle anderen Dorfbewohner erhalten 10 Euro Rabatt auf den Eintrittspreis, der regulär 25 Euro (plus 5 Euro Müllpfand) beträgt.

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