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Grabhügel und Richtstätte in Himmelpforten entdeckt

Freilegung der Grabkammer im Zentrum des ehemaligen Bestattungshügels (Foto: Kreisarchäologie Stade)

Archäologen machen reiche Funde im Neubaugebiet "An der Porta Coeli-Schule" in Himmelpforten

tp. Himmelpforten. "Die Umgebung von Himmelpforten ist eine sehr reiche und interessante Fundlandschaft", schwärmt der Kreis-Archäologe des Landkreiises Stade, Dr. Daniel Nösler. Bei Grabungen im künftigen Neubaugebiet "An der Porta Coeli-Schule" in Himmelpforten brachte Nösler mit seinem Team interessante archäologische Entdeckungen ans Tageslicht. Entdeckt wurden Überreste eines frühgeschichtlichen Grabhügels und möglicherweise Spuren der ehemaligen Himmelpforter Richtstätte.
Der Grabung auf der Baustelle waren Auswertungen von Luftbildern vorausgegangen, mit deren Hilfe das Grabungsfeld auf rund 2.000 Quadratmeter eingegrenzt wurde. Dort fanden Profis einer privaten Grabungsfirma Spuren eines durch Landwirtschaft eingeebneten Grabhügels mit etwa 20 Metern Durchmesser gefunden. "Die Grabstätte dürfte in der Bronzezeit vor ca. 3.500 Jahren errichtet worden sein", so Archäologe Nösler. Zur Anlage gehören eine mit Steinen ausgekleidete leere Grabkammer sowie Feuerstellen. Pfostenlöcher und Gruben jüngeren Datums deuten daraufhin, dass der Grabhügel im Mittelalter und der frühen Neuzeit als Richtstätte genutzt wurde. Für diese Zeit ist für Himmelpforten ein Galgenberg überliefert.
Tatkräftig unterstützt wurde das Grabungsteam von der Feuerwehr Himmelpforten, die ihre Drehleiter für Panorama-Fotos zur Verfügung stellte.
Historische Richtplätze wurden laut Daniel Nösler in Norddeutschland bislang äußerst selten untersucht, "so dass die Himmelpforter Grabung von großer Bedeutung ist".
• Einer der ältesten Goldfunde (5.500 Jahre alt) Norddeutschlands wurde in Himmelpforteb in den 1930er Jahren geborgen. Außerdem gibt es in der Umgebung rund 50 archäologische Denkmäler.