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Koffein-Kick mit Risiko - Immer mehr Einzelhändler bieten Energy-Drinks aus Jugendschutzgründen erst ab 16 Jahren an

Energy-Drinks ja - aber erst ab 16 Jahren: Wilfried Warncke vom Edeka Frischecenter Neu Wulmstorf legt viel Wert auf Jugendschutz
mi. Landkreis. Sie heißen „Rockstar“, „Redbull“ oder „Power King“ und sind das Lifestylegetränk für die Leistungsgesellschaft - gerade in der jungen Generation erfreuen sich Energy-Drinks großer Beliebtheit. Doch Verbraucherschützer warnen: Die Muntermacher aus der bunten Dose sind für Kinder und Jugendliche wegen des hohen Koffeingehalts ein Gesundheitsrisiko. Viele Einzelhändler reagieren mittlerweile darauf und verkaufen die Koffeinbomben freiwillig nur noch ab 16 Jahren. Verpflichtet sind sie dazu nicht.
„Liebe Kunden, Koffein und Taurin können zur Abhängigkeit und Hyperaktivität führen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, Energy-Drinks erst an Kunden ab 16 Jahren zu verkaufen“ - ein solches Schild finden Kunden in immer mehr Lebensmittelgeschäften. Seit einiger Zeit gilt das auch für den Edeka-Markt Subey in Buchholz. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil es deutliche Hinweise gibt, dass der Genuss von Energy-Drinks für Kinder nicht gesund ist“, sagt Marktleiter Oliver Michelsen. Diskussionen mit unter 16-Jährigen sind seitdem an der Tagesordnung, aber es gibt auch positives Feedback. „Die meisten Eltern begrüßen diese Maßnahme“, sagt Michelsen. Trotz des Zusatzaufwandes und Umsatzeinbußen - darüber, die Energy-Drinks wieder ohne Altersbeschränkung zu verkaufen, denkt man bei Edeka Subey nicht nach. Michelsen: „Wir sind überzeugt, dass unsere Entscheidung richtig ist.“
Auch bei Edeka Warncke in Neu Wulmstorf gibt es Energy-Drinks nur gegen Vorlage des Personalausweises. „Wir haben das von Beginn an so gefahren, die Drinks sind nichts für Kinder. Uns ist der Jugendschutz sehr wichtig. Auch Alkohol gibt es ausnahmslos erst ab 18 Jahren“, so Inhaber Wilfried Warncke.
Verbraucherschützer und Ärzte fordern schon lange das Eingreifen des Gesetzgebers. Denn Jugendliche - immer häufiger auch Kinder - holen sich in Massen den vermeintlich harmlosen Koffein-Kick. Laut einer Studie des Instituts für Risikobewertung liegt der Konsum in Einzelfällen bei bis zu fünf Litern pro Tag.
Dennoch tut man sich mit einer gesetzlichen Regelung bisher schwer. Dabei gibt es gesicherte Erkenntnisse über die Wirkung von Koffein, dem Hauptwirkstoff der Drinks. So kann eine Überdosis an Koffein zu Herzrasen, Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Einige Kardiologen sprechen sogar von Herzrhythmusstörungen. Wegen des hohen Koffeingehalts von 32mg/100ml seien die Drinks definitiv nichts für Kinder.
Es gibt also durchaus Gründe für eine gesetzliche Regelung. Bis die kommt, werden sich die Händler wohl weiter mit freiwilligen Selbstverpflichtungen beteiligen. Dass man dabei auch Humor beweisen kann, zeigt das Schild eines Rewe-Marktes: „Energy-Drinks gibt es bei uns erst ab 16 Jahren - bis dahin empfehlen wir Milch!“ - dem ist nichts hinzuzufügen.