Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Mein Leben ohne Plastik: Teil 3

Sieht nicht gerade appetitlich aus: Das Kaffeesatz-Olivenöl-Peeling
Kaffee lieber im Becher als im Gesicht


Dreiviertel des Mülls im Meer besteht laut Bundesumweltamt mittlerweile aus Kunststoffen. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Den Verbrauch von Plastikverpackungen einzuschränken, ist eine Strategie um der Vermüllung unseres Planeten entgegenzuwirken. Eine weitere ist es, auf Mikroplastik, winzige Plastikpartikel, die z.B. in Waschmittel, Shampoo oder Peelings zu finden sind, zu verzichten.
Im Internet gibt es zahlreiche Tipps und Tricks für die Herstellung von Kosmetikprodukten, die garantiert ohne Plastik auskommen. Also versuche ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Anke Settekorn, im Rahmen meines Selbstversuches (Leben ohne Plastik) mein Glück und probiere einige Rezepte aus.
Von der selbstgemachten Gesichtscreme aus Kokosöl und Bienenwachs bin ich begeistert. Kinderleicht und schnell gemacht. Als Problem könnte sich höchstens die Haltbarkeit herausstellen, das muss sich aber noch zeigen. Ich bewahre die Creme vorsichtshalber im Kühlschrank auf.
Ein totaler Reinfall ist das Kaffeesatzpeeling.
Immerhin muss ich keine teuren Zutaten besorgen, als bekennender Kaffee-Junkie habe ich immer genug Kaffeesatz im Haus. Das Kaffeepulver soll laut Anleitung mit Olivenöl verrührt und dann aufs Gesicht aufgetragen werden. Klingt simpel, ist aber kompliziert: der Kaffee bröckelt, das Olivenöl läuft über die Haut und in die Augen. Zehn Minuten soll man den Kaffeematsch im Gesicht lassen. Definitiv zu lang! Ich breche vorzeitig ab. Allerdings lässt sich das Peeling nicht ohne Weiteres entfernen - das Wasser lässt das Öl erhärten. Erst nach mehrmaligem Waschen mit Kernseife lässt das wachsige Gefühl nach. Der versprochene Effekt ist da: Die Gesichtshaut ist tatsächlich wunderbar weich. Dafür ist mein Badezimmer voller Kaffeekrümel und ich frage mich, wie ich den Fettfilm aus dem Waschbecken kriegen soll. Praktisch geht anders. Mein Fazit: Ich habe den Kaffee lieber im Becher, als im Gesicht.
• Wie geht das Experiment weiter? Unter www.kreiszeitung-wochenblatt.de/panorama werde ich regelmäßig von meinen Erfahrungen berichten.