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Offene Ganztagsschule in Hollenstedt: Planungszeit erforderlich

Sind sich beim Thema Ganztagsschule einig: Samtgemeinde Bürgermeister Heiner Albers, und Schulleiterin Sandra Pankow-Waller

mi. Hollenstedt.

Ein tragfähiges Konzept liegt in der Schublade, dazu gibt es ein einstimmiges Votum des Schulausschusses der Samtgemeinde Hollenstedt, sich im Samtgemeinderat mit dem Thema offene Ganztagsschule an der Glockenbergschule zu beschäftigen. Groß war daher die Überraschung bei einigen Ratsmitgliedern, dass das Thema im Samtgemeinderat dann doch nicht zur Sprache kam.
Die Verwaltung habe das Thema von der Tagesordnung genommen, weil es noch nicht beschlussreif sei, erklärte dazu Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers den Ratsmitgliedern. Ein Antrag von SPD-Politikerin Karoline Nielsen, das Thema nachträglich auf die Tagesordnung zu nehmen, wurde nicht zugelassen.
Hintergrund: Das Konzept, das die Schulleiterin der Glockenbergschule, Sandra Pankow-Waller, ausgearbeitet hat, zeigt, dass in der Glockenbergschule ein Ganztagsangebot eingerichtet werden kann, ohne dass - wie bei anderen Schulen im Landkreis - Anbauten notwendig sind. Allerdings müssen Umbauarbeiten innerhalb des Bestands vorgenommen werden. Auch die Ausstattung sollte modernisiert werden. Für die offene Ganztagsschule sei es zudem unerlässlich, Räume, die derzeit noch an die angrenzende Oberschule „Estetalschule“ vermietet sind, nutzen zu können. Eine Kündigung des Mietvertrags wäre zum Schuljahr 2018 möglich. Schulträger ist hier der Landkreis Harburg. Die Alternative zum Umbau sieht Sandra Pankow-Waller in einem Anbau an die Glockenbergschule. Mindestens 745 Quadratmeter müssten hier neu errichtet werden.
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers erklärte gegenüber dem WOCHENBLATT, warum man sich aus Sicht der Verwaltung mehr Zeit nehmen werde, um die offene Ganztagsschule an der Glockenbergschule einzuführen. Ein Start schon zum kommenden Schuljahr sei demnach unrealistisch. Der Antrag müsse bei der Schulbehörde bereits im November gestellt werden. Bis dahin das Konzept auf tragfähige politische und finanzielle Beine zu stellen, sei kaum möglich. Das größte Problem dabei seien die fehlenden Räume. „Wir sind mit dem Landkreis im intensiven Gespräch. Fakt ist aber, die Räume sind an die Estetalschule vermietet, wir müssen der Schule und dem Landkreis Zeit geben, sich auf den Verlust der Räume vorzubereiten“, erklärt der Samtgemeinde-Bürgermeister. Für Eltern, die mit der offenen Ganztagsschule gerechnet haben, gibt es ein kleines Trostpflaster: So habe die Samtgemeinde von der Landesschulbehörde die Zusage gefordert und auch erhalten, den pädagogischen Mittagstisch, bei dem Kinder bis 15 Uhr betreut werden, auf 100 Plätze aufstocken zu dürfen.
Kritik gibt es schon jetzt aus den Reihen der SPD. „Wir haben ein Konzept, wir haben eine Schulleiterin, die sich für die offene Ganztagsschule engagieren will, und die Samtgemeinde tritt auf die Bremse. Warum?“, wurden Stimmen im Anschluss an die Sitzung des Samtgemeinderats laut. Demnach könne die Gemeinde ohne Weiteres über eine Ausnahmegenehmigung den Antrag auch später stellen. Besonders ärgert die Kritiker, dass die Samtgemeinde noch nicht einmal eine schriftliche Zusage zur Aufstockung des Mittagstischs von der Landesschulbehörde erhalten habe.
Offene Türen rennen die Kritiker damit allerdings bei Schulleiterin Sandra Pankow Waller nicht ein. Im Gegenteil - die Schulleiterin unterstützt eher den Kurs der Samtgemeinde: „Wir wollen eine gute, tragfähige und nachhaltige Lösung, die auch unsere Nachbarschule mitnimmt, und keinen Schnellschuss“, betonte sie. Für ihr Konzept seien allerdings die fehlenden Räume zwingend notwendig.