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Bis zu 70 Häuser in der "Grotschen Heide"

Noch gibt es Weitblick und Wiesen in der „Grotsche Heide“. In naher Zukunft könnten hier bis zu 70 Häuser stehen
mi. Nenndorf.

In Nenndorf könnte schon mittelfristig ein neues Baugebiet entstehen. Politik und Verwaltung gehen mit dem Gedanken schwanger, die „Grotsche Heide“, ein fünf Hektar großes Areal am nordwestlichen Ortsrand, als Bauland auszuweisen. Ein entsprechender Antrag der SPD im Bauausschuss ist zwar noch einmal zurück gestellt worden, dennoch sollen Planungskosten für das Gebiet bereits im Haushalt 2016/17 berücksichtigt werden.

Die Gemeinde Rosengarten muss wachsen. Um den demographischen Wandel abzufedern ist Zuzug notwendig, das ist Konsens bei Politik und Verwaltung in Nenndorf. Neues Bauland zu erschließen ist allerdings in Rosengarten nicht einfach. Rund zwei Drittel der 6.366 Hektar großen Gemeinde befinden sich im Landschaftsschutzgebiet. Möglich wäre die Schaffung neuer Bauplätze in der sogenannten „Grotsche Heide“. Die Flächen liegen rechts des Gustav-Böttcher Wegs und werden als Wiesen und Pferdeweiden genutzt. Sie befinden sich bereits im Eigentum der Gemeinde. Im Flächennutzungsplan ist der Bereich als Wohnfläche ausgewiesen. Es müsste also nur durch politischen Beschluss ein Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt werden. Nach Auskunft von Verwaltungs-Vize Carsten Peters wäre dort je nach Grundstücksgröße die Schaffung von bis zu 70 Wohneinheiten denkbar.
Allerdings ist ein entsprechender Antrag der SPD-Fraktion jüngst im Bauausschuss nochmal zurück gestellt worden. Hintergrund: Derzeit laufen in Rosengarten Workshops für das Zukunftskonzept Rosengarten 2030. Hier sind die Bürger aufgerufen, sich bei der Zukunftsplanung der Gemeinde einzubringen.
„Es ist äußerst ungeschickt, gleichzeitig und abgekoppelt von den Bürgerworkshops zum Zukunftskonzept eines der größten Baugebiete der vergangenen Jahre zu beschließen“, hatte Bauausschussvorsitzender Jürgen Grützmacher (CDU) deshalb den SPD-Vorstoß kritisiert. Dem folgte dann auch der Ausschuss. Eine Entscheidung über das Baugebiet soll demnach offiziell erst fallen, wenn der entsprechende Workshop „Siedlung und Wohnen“ stattgefunden hat. Dennoch will die Verwaltung bei den Vorbereitungen für den neuen Haushalt schon Planungskosten für das Gebiet berücksichtigen.
Überhaupt darf bezweifelt werden, dass selbst bei einer - nicht zu erwartenden - Bürgeropposition das Vorhaben gestoppt wird. Denn die Gemeinde braucht nicht nur Zuzug, sondern ob des anstehenden Rathausneubaus (Kosten: mindestens 4,1 Millionen Euro) auch Geld. Was liegt da näher, als zur Refinanzierung des Mammut-Projekts gemeindeeigene Flächen als Bauland zu vermarkten?