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Ärgernis Hundekot: Diskussion über Hundestationen und Anhebung der Hundesteuer

(Foto: archiv)
kb. Seevetal. Ein Thema, das zum Himmel stinkt: Hundekot auf Gehwegen und Rasenflächen oder praktisch verpackt in einen dafür vorgesehen Beutel, aber dann achtlos in die Natur geworfen. In Seevetal sind solche Anblicke alltäglich. Schuld sind rücksichtslose Hundebesitzer, Abhilfe könnten nach Ansicht der Freien Wähler zusätzliche Hundestationen samt Wegwerfmöglichkeit schaffen. Doch im Finanzausschuss konnten sie damit nicht auf Anhieb punkten.
Die Idee der Freien Wähler schien so simpel wie einleuchtend: Durch die Anhebung der Hundesteuer für den Ersthund von 48 auf 56 Euro und die Angleichung der Steuern für Zweit- und Dritthunde ebenfalls auf 56 Euro ließen sich Mehreinnahmen pro Jahr in Höhe von 10.000 Euro erzielen. Das Geld sollte nach dem Willen der Freien Wähler für zusätzliche Hundestationen ausgegeben werden, an denen die Hundebesitzer nicht nur die Kotbeutel bekommen, sondern die möglichst auch von der Gemeinde geleert werden.
Den ersten Einwand hatte Kämmerer Josef Brand. Die direkte Zweckbindung der Hundesteuer sei nicht zulässig, so der Finanzexperte. Zudem bedeute jeder zusätzliche Aufwand, wie die Leerung der Behälter durch den Betriebshof, Kosten. Bisher ist es in Seevetal so geregelt, dass Paten die neuen Beutel an den Hundestationen auffüllen uns auch die Leerung vornehmen sollen. Was bedeutet, dass sie die gefüllten Kotbeutel im eigenen Müll entsorgen müssten. Besonders im Sommer unschön und ein wesentlicher Grund, weshalb ein Pate nach dem anderen absprang und die Hundestationen abgebaut wurden.
Für die CDU sprechen nicht nur die Kosten gegen den Antrag der Freien Wähler. "Die Entsorgung des Hundekots liegt in der Verantwortung der Hundehalter", so Frank Schmirek. "Warum soll die Allgemeinheit dafür einstehen?", fragte sein Parteikollege Dr. Norbert Wilezich. Etwas pragmatischer beurteilte Dr. Klemens Lunkenheimer (AfD) die Situation. Theoretisch habe die CDU recht, doch praktisch sehe es anders aus. "In meiner Nachbarschaft sind manche Anwohner schon so weit, dass sie selber Kotbeutel raushängen", so Lunkenheimer. Zusätzliche Hundestationen samt Wegwerfmöglichkeit würden einen großen Beitrag zur Sauberkeit leisten.
Auch Klaus-Dieter Kirchhoff war der Ansicht, das Hundebesitzer mehr Verantwortung zeigen sollten, dennoch solle man das Thema noch einmal bei den Haushaltsberatungen angehen. Zumal eine moderate Anhebung der Hundesteuer nach sechs Jahren ohnehin angebracht sei. An der Staffelung der Steuer wollte außer den Antragstellern niemand rütteln, der Ausschuss stimmte mit deutlicher Mehrheit gegen eine einheitliche Steuer. "Wir halten das derzeitige System für gut. Es hat den ordnungspolitischen Hintergrund, die Ausuferung der Hundehaltung zu verhindern", so Schmirek.
In Bezug auf zusätzliche Hundestationen einigte sich der Ausschuss darauf, die Ortsräte zu befragen. Wie viele Hundestationen werden benötigt? Gäbe es dafür Patenschaften? Wo müssten die Stationen bestenfalls stehen?
• Was meinen Sie? Braucht Seevetal zusätzliche Hundestationen? Sollten diese vom Betriebshof geleert werden oder sollen sich weiterhin Paten um die Stationen kümmern? Schreiben Sie an kb@kreiszeitung.net.

Kommentar:

Geld wäre gut investiert

Ja, Hundebesitzer sollten die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner gefälligst selbst entsorgen. Keine Frage. Doch die Realität zeigt: Viele tun es eben nicht. Auch deshalb, weil es vielerorts an Wegwerfmöglichkeiten mangelt und Frauchen oder Herrchen keine Lust haben, stundenlang einen gefüllten Kotbeutel mit sich herumzutragen. Nun kann man lange darüber debattieren, wie rücksichtslos diese Menschen sind und wie man ihnen erzieherisch auf die Pelle rücken kann - oder man nimmt ein paar Euro in die Hand und stellt zusätzliche Hundestationen auf, die dann auch vom Betriebshof geleert werden. Die Samtgemeinde Jesteburg zeigt, wie gut das funktionieren kann. Hier gibt es nicht einmal halb so viel Hunde wie in Seevetal, aber mehr als dreimal so viele Hundestationen. Der Gedanke, dass von dieser Investition nur die Hundehalter profitieren, ist mir zu kurz gegriffen. Denn letztlich sind alle froh, wenn Gehwege, Beete und Wiesen frei von Hundekot bleiben. Katja Bendig