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Hörsten: Seevebrücke soll ersetzt werden / Verwaltung prüft Möglichkeiten

Pfusch beim Bau? Die Brücke am Ortseingang von Hörsten weist schwerste Schäden auf (Foto: Gemeinde Seevetal)
kb. Maschen/Hörsten. Nachdem die Seevebrücke im Zuge der Hörstener Straße zwischen Hörsten und dem Bahnhof Maschen am Mittwochnachmittag überraschend voll gesperrt wurde, weil ein Versagen der Brücke aufgrund von massiven Schäden nicht auszuschließen war, wurde das Thema im Wege- und Verkehrsausschuss am Donnerstag diskutiert.
Auf der Sitzung machte Uwe Pesel, Leiter der Tiefbauabteilung, sehr deutlich, dass die Brücke in Hörsten nicht rechnerisch durchgefallen sei - wie die Decatur-Brücke - sondern dass so massive Schäden festgestellt wurden, dass die Standfestigkeit der Brücke nicht mehr sichergestellt werden kann. Dies belegte er u.a. anhand von Bildern der gezogenen Bohrkerne. Zu sehen waren u.a. massive Risse, zwischen den Betonschichten besteht teilweise kein Verbund mehr, was dazu führt, dass sie sich bei Belastung gegeneinander verschieben. Zudem ziehe sich der Stahl aus dem Beton raus. Pesels Vermutung: Beim Bau der Brücke im Jahr 1971 sei zwischenzeitlich der Beton ausgegangen, die ausführende Firma habe einfach später anderen Beton nachgegossen. „Man sieht deutlich, dass es sich um zwei Sorten Beton handelt“, so Pesel.
Warum wurde die massive Schädigung der Brücke nicht früher erkannt? Das wollten auch die vielen, auf der Ausschusssitzung anwesenden Bürger wissen. Bauamtsleiter Gerd Rexrodt erläuterte, dass die vorgeschriebenen Brückenprüfungen im Grunde nur optische Überprüfungen seien. So auch in Hörsten, wo 2015 die letzte große Brückenprüfung stattgefunden hat. Dabei habe man äußerlich einige Schäden festgestellt, aufgrund derer eine nähere Untersuchung stattgefunden habe. Zuerst sei ein Bohrkern, später noch einmal vier weitere gezogen worden. Das Ergebnis ist bekannt.
Was nun? Der Ausschuss hat den Ersatz der Brücke beschlossen - geprüft werden muss nun, wie dieser aussehen könnte. Von einem schneller zu realisierenden Provisorium bis hin zu einem kompletten Neubau der Brücke ist alles denkbar. Überprüft wird auch, ob es eine Möglichkeit gibt, zeitnah zumindest eine Querung für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.
Von der Sperrung massiv betroffen sind nicht nur die Pendler, die zum Maschener Bahnhof müssen, sondern auch die Landwirtschaft. Einige Felder sind derzeit nicht zu erreichen.
Der innerörtliche Verkehr wird aktuell über die Deichstraße und die Straße „Zur Viehtrift“ umgeleitet. Aufgrund der Enge dieser Straßen bittet die Verwaltung darum, in erster Linie die im Zuge der Sperrung der Decatur-Brücke eingerichtete offizielle Umleitung über Meckelfeld zu nutzen.
• Die Seevebrücke in Hörsten wird auch Thema beim Dialogverfahren zur Decatur-Brücke am Donnerstag, 9. Februar, ab 18 Uhr in der Burg Seevetal sein.
• Schlechte Nachrichten gibt es auch im Hinblick auf die Klappgeländerbrücke über die Seeve zwischen Meckelfeld und Maschen, die erneuert werden soll. Wie Gerd Rexrodt im Ortsrat Maschen berichtete, wird die Brücke teurer als gedacht, weil gewisse Hochwasserschutzrichtlinien eingehalten werden müssten. Bereits in den Haushalt eingestellt seien 150.000 Euro, jetzt kämen rund 40.000 Euro dazu. Die Gemeinde hat Antrag auf Baugenehmigung gestellt, die Maßnahme muss allerdings ausgeschrieben werden. „Wir wollen so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen“, so Rexrodt.