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Nein zu Gewerbeflächen bei Ohlendorf: Grünen-Ortsratsfraktion will informelles Handlungskonzept ändern

Um diese Flächen geht es: "h" bezeichnet das Areal "Zum Suhrfeld/Brackeler Str.", "i" das Gebiet "Hanstedter Str.". Insgesamt geht es um rund 17 Hektar potenzielle Gewerbeflächen (Foto: Grafik MSR)
kb. Ohlendorf. Das informelle Handlungskonzept als Leitfaden zur Entwicklung von Wohnbau- und Gewerbeflächen in der Gemeinde Seevetal ist noch nicht einmal ein Jahr alt, da werden schon die ersten Änderungen beantragt. Wenn es nach der Grünen-Fraktion im Ortsrat Ramelsloh/Ohlendorf/Holtorfsloh geht, sollen die beiden potenziellen Gewerbeflächen „Zum Suhrfeld/Brackeler Str.“ und „Hanstedter Str.“ wieder aus dem Handlungskonzept gestrichen werden. Auf seiner Sitzung am Donnerstag, 5. November, um 19.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus in Ohlendorf wird über den Antrag diskutiert.
Mit 15,6 Hektar ist das Areal „Zum Suhrfeld“ die zweitgrößte potenzielle Gewerbefläche in der Gemeinde, „Hanstedter Str.“ folgt mit und 11,6 Hektar auf Platz drei. Beide Flächen wurden in die Kategorie „Priorität II“ eingeordnet. Das bedeutet, dass an die Entwicklung bestimmte Bedingungen geknüpft sind. So müssten u.a. die Möglichkeit einer öffentlich gewidmeten Erschließung unter Ausschluss der Ortslagen Ohlendorf und Holtorfsloh und die Eigentümerinteressen geklärt werden, bevor eine Entwicklung der Flächen erfolgen kann.
Die Grünen kritisieren in ihrem Antrag besonders, dass der Ortsrat die Flächen nicht befürwortet habe, sondern sie lediglich vom zuständigen Planungsbüro vorgeschlagen worden seien. Zwar sei 2007 zugestimmt worden, das Zentrallager des Gemüseanbaubetriebes Behr dorthin zu verlegen, es sei jedoch nie darum gegangen, in dem Bereich ein allgemeines Gewerbegebiet zu schaffen. Neben anderen Belangen würden dabei der Erhalt großflächiger Landschafträume und die Reduzierung des Verkehrslärms für die Anwohner der anliegenden Orte ignoriert.
Das Problem der zunehmenden Verkehrsbelastung sieht auch Ortsbürgermeister Rolf Masloch (CDU), der sich im Vorfeld der Ortsratssitzung nicht dazu äußern wollte, ob seine Partei dem Antrag zustimmt. Die SPD wird dies nicht tun. „Die Hürden für die Entwicklung der Flächen wurden bewusst hoch angesetzt, um Nachteile für die umliegenden Ortschaften zu vermeiden. Für uns macht es keinen Sinn, die Flächen jetzt wieder aus dem Handlungskonzept herauszunehmen“, so Frank Arndt.
Auch wenn sich der Ortsrat auf den Antrag einigen sollte, bleibt fraglich, ob sich auf Gemeindeebene eine Mehrheit für die Herausnahme der Flächen finden wird. Denn Seevetal ist dringend auf weitere Gewerbeflächen angewiesen, um den Zuzug neuer Unternehmen und die Erweiterung für Seevetaler Firmen zu ermöglichen. Erst kürzlich berichtete Bürgermeisterin Martina Oertzen auf der Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses, dass die Nachfrage nach Gewerbeflächen noch weiter gestiegen sei, Seevetal derzeit jedoch keine im Angebot habe. Für die Gemeinde, die immer mehr Kredite aufnehmen muss, um laufende Investitionen zu finanzieren, sind potenzielle Gewerbesteuerzahler ein attraktives Klientel.