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Pläne mit Hintergedanken? Verwaltung plädiert für eine nördliche Anbindung des geplanten Wohngebietes "Nördlich Göhlenbach"

Kommt bei der Verwaltung nicht gut weg: die Erschließung hin zum Meyermannsweg (re. unten) (Foto: Gemeinde Seevetal)
 
Durch den Kreisel (li. oben) würde nicht nur der Verkehr aus dem Wohngebiet geleitet, sondern auch der Schulbusverkehr (Foto: Gemeinde Seevetal)
kb. Hittfeld. Mit dem zeitweise sehr umstrittenen Baugebiet "Nördlich Göhlenbach" in Hittfeld scheinen sich inzwischen auch die Kritiker in den Reihen der Seevetaler Politik abgefunden zu haben. Unstimmigkeiten gab es aber bis zuletzt bei der Frage nach der Erschließung des Neubaugebietes. Obwohl man sich parteiübergreifend darauf geeinigt hatte, die Anbindung zur Straße "Am Göhlenbach" auszuschließen, hatte die Gemeindeverwaltung eben diese Erschließungsvariante kürzlich im Ausschuss präsentiert (das WOCHENBLATT berichtete). Dafür erntete sie nicht nur Unmut, sondern auch den Auftrag, nach Alternativen zu suchen.
Diese wurden auf der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses präsentiert. Eine Variante sieht eine Anbindung an die Straße "Peperdieksberg", bevorzugt mit einem Kreisel, vor. In der anderen wird das neue Wohngebiet, wie ursprünglich angedacht, über den Meyermannsweg erschlossen.

Wie aus der Vorlage für die Ausschusssitzung unschwer herauszulesen ist, ist die Anbindung zum Peperdieksberg der Favorit der Gemeindeverwaltung. Die alternative Erschließung hin zum Meyermannsweg führe zu starken Eingriffen in die vorhandene Baumsubstanz. Laut Verwaltung würden fünf bis zehn alte Laubbäume dem Straßenbau zum Opfer fallen. Außerdem habe diese Straßenführung eine unnötige Belastung der Anliegerstraßen zur Konsequenz, viele Autofahrer würden zudem in Bereiche geführt, in die sie nicht wollen.
Weit positiver kommt die Anbindung an den Peperdieksberg weg. Ein Kreisverkehr, der zwar etwas teurer wäre als eine "einfache" Anbindung an die vorhandene Straße, würde laut Verwaltung die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöhen. Der Eingriff in den Naturhaushalt sei als eher gering einzustufen, weil die dortigen Flächen bisher als Acker genutzt würden. Außerdem biete die nördliche Anbindung den Vorteil, dass der Verkehr aus dem Wohngebiet schnell und unkompliziert zum überörtlichen Straßennetz, sprich die L213 Richtung Harburg, geführt würde.

Einen aus ihrer Sicht wesentlichen Vorteil der Anbindung an den Peperdieksberg deutet die Verwaltung zumindest in einem eingestreuten Satz an: "Sie bietet im Hinblick auf mögliche Entwicklungsperspektiven für die Zukunft Vorteile." Damit kann nur die Erschließung des nördlichen Teils des Wohngebietes gemeint sein, um das es eine teils hitzig geführte Auseinandersetzung innerhalb der Politik gab. Wenn es nach dem Hittfelder Ortsrat gegangen wäre, wäre das Areal komplett aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen worden, auf Gemeindeebene einigte man sich immerhin darauf, die Fläche kurz- und mittelfristig nicht zu bebauen. Im informellen Handlungskonzept der Gemeinde hat das Areal "Schwarzer Weg" derzeit nur den Status "Priorität II" und ist mit dem Vermerk versehen, dass es nur "als langfristiges Entwicklungspotenzial im Flächenpool verbleiben" soll. Die Flächen der "Priorität II" sollen außerdem nur auf Inititiave und in Eigenverantwortung der Grundeigentümer entwickelt werden.

Kommentar:


Nachtigall, ick hör dir trapsen...

Statt nur an alten Konzepten zu feilen, präsentiert die Seevetaler Verwaltung eine komplett neue Idee zur Erschließung des Wohngebiets "Nördlich Göhlenbach" - die Anbindung an den Peperdieksberg, am liebsten mit einem Kreisel. Vollmundig werden dessen Vorteile gepriesen. Was unerwähnt bleibt: Alle, die mit dem Auto aus dem Wohngebiet Richtung Hittfeld wollen - egal, ob schnell zum Einkaufen oder weiter in andere Orte - müssen einen Umweg fahren. Allen Schulbussen steht bei jeder Anfahrt zu Gymnasium oder IGS eine Tour durch den Kreisel bevor.
Die Gemeinde fürchtet weiterhin, eine Anbindung an den Meyermannsweg würde die Anliegerstraßen belasten und einen Großteil des Verkehrs in eine Richtung lenken, in die niemand will. Das stimmt nicht. Vom Meyermannsweg gelangt man in wenigen Augenblicken über die Straße "Am Göhlenbach" zur L213. Und welche Anlieger? Die gibt es am Meyermannsweg nicht, am Göhlenbach wenige. Über die Gefahr zusätzlichen Verkehrs, wenn jeden Tag zig Autos aus dem Wohngebiet hoch zum Gymnasium müssen, nur weil die Fahrer Richtung Hittfeld wollen, wird nicht gesprochen.
Ich glaube, es gibt nur einen Grund, weshalb die Verwaltung diese Idee plötzlich aus dem Hut zaubert: Mit dem Bau eines Kreisverkehres im nördlichen Bereich des jetzt geplanten Baugebietes hätte man schon einmal geschickt die Weichen für eine Erschließung des Gebiets "Schwarzer Weg" gestellt. Wie lange wird es da noch dauern, bis die Pläne für eine Bebauung wieder aus der Schublade gezogen werden? Katja Bendig