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Seevetal: Ratsmitglied Gerd Krümmel vermisst / Suizid wahrscheinlich

Gilt seit 17. Januar als vermisst: Gerd Krümmel (Foto: oh)
kb. Seevetal. Seit 2001 gehört Gerd Krümmel (63) als Mitglied der Freien Wähler zum Seevetaler Gemeinderat, doch derzeit ist sein Sitz im Rat leer. Der Fleestedter gilt seit dem 17. Januar als vermisst. Das bestätigte jetzt Willy Klingenberg, der den Fraktionsvorsitz der Freien Wähler übernommen hat, auf WOCHENBLATT-Anfrage. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Gerd Krümmel Suizid begangen hat. Sein Auto wurde in der Nähe einer Brücke an der Elbe in Hamburg entdeckt, es gibt einen Abschiedsbrief. Krümmels Leiche wurde bisher nicht gefunden.
Gerd Krümmel gilt als Urgestein der Freien Wähler, war Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, außerdem Mitglied im Umwelt- und Planungsausschuss, Verwaltungsausschuss und im Ortsrat Hittfeld. Für ihn ist Klaus Prigge in den Planungsausschuss nachgerückt, Kai Wienrich übernimmt den Platz im Verwaltungsausschuss. Der Sitz im Gemeinderat darf vorerst jedoch nicht nachbesetzt werden. Um den Sitzverlust formell feststellen zu können, müsste Krümmel entweder tot aufgefunden oder für tot erklärt werden. Das ist bei Verschollenen jedoch in der Regel erst nach Ablauf von zehn Jahren möglich.
"Uns bleibt vorerst nichts, als abzuwarten", so Willy Klingenberg. Für die Freien Wähler ist die Sache auch deshalb belastend, weil Krümmel u.a. das Amt des Schatzmeisters inne hatte und sich viele wichtige Unterlagen in seinem Haus befinden. Der Schlüssel dazu liegt derzeit jedoch bei Gericht, das die Abwesenheitspflegschaft übernommen hat.
Der Fall erinnert an die Grünen-Politikerin Ingrid Meyer-Schmeling aus Hollern-Twielenfleth (Landkreis Stade), die seit Januar 2013 als vermisst gilt (das WOCHENBLATT berichtete). Auch hier geht die Polizei von einem Selbstmord aus.