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Es tut sich was am Bullenbruch: Vorbereitende Maßnahmen für den Polder

Das Schöpfwerk an der K36 wird derzeit untersucht (Foto: lt)
lt. Horneburg. Seit dem Hochwasser 2002 in Horneburg sind inzwischen 15 Jahre vergangenen und für einen verbesserten Hochwasserschutz konnte das Großprojekt Lühe/Aue-Verlegung in Horneburg vor rund zweieinhalb Jahren abgeschlossen werden. Durch zehn dicke Rohre fließt überschüssiges Wasser seitdem aus dem entstandenen Biotop unter der K36 hindurch in den Bullenbruch.
Noch nicht abgeschlossen sind dagegen bestimmte Maßnahmen innerhalb des Bullenbruchs, z.B. eine Verwallung von Horneburg bis Dammhausen, die im Falle eines erneuten Hochwassers dafür sorgen würde, dass das Wasser ausschließlich im Bullenbruch gehalten wird.
In Vorbereitung auf künftige Maßnahmen sind derzeit gerade Mitarbeiter der Firma Hahn damit beschäftigt, das Schöpfwerk an der K36 zu untersuchen. Quasi der Startschuss für die Maßnahme im Bullenbruch. Das denkmalgeschützte Bauwerk von 1927 soll dahingehend überprüft werden, ob und wie es ausgebaut werden kann, bzw. in welchem baulichen Zustand es sich befindet, erklärt Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts (Deichverband II. Meile Alten Landes) auf WOCHENBLATT-Nachfrage.
Um im Bullenbruch aber überhaupt Maßnahmen durchführen zu können, muss erst einmal ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Das soll passieren, sobald sich der Hochwasserschutzverband Aue/Lühe - voraussichtlich im Oktober - gegründet hat.
Der Verband, in dem die beiden Deichverbände und die sechs betroffenen Kommunen Apensen, Buxtehude, Harsefeld, Horneburg, Lühe und Jork vertreten sind, soll die Trägerschaft für entsprechende Maßnahmen und im Überflutungsfall auch die Schadensregulierung übernehmen. Insgesamt fallen jährliche Unterhaltungskosten für den Verband von 24.000 Euro an, den größten Beitrag leistet der Flecken Horneburg mit 7.000 Euro. Buxtehude ist mit 6.200 Euro jährlich dabei, Harsefeld mit 6.400 Euro. Jork und Apensen beteiligen sich mit je 1.000 Euro, genau wie die Deichverbände und Lühe zahlt jährlich 1.400 Euro.
Spätere Aufgaben des Verbandes könnten ein Hochwasser-Managementplan für den gesamten Fluss und weitere, gemeinsam beschlossene Bauwerke werden, so Ulferts. Er hofft, dass 2018 der Plan für den Bullenbruchpolder amtlich festgestellt werden kann. Avisierte Fertigstellung: 2021.