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Langes Warten auf den Telefonanschluss / Kritik an der Telekom

Thomasz Lucas glaubt, dass die Telekom die Freischaltung seiner Leitung bewusst verzögert (Foto: lt)
lt. Nottensdorf. Thomasz Lucas (32) ist sauer und genervt. Der Gymnasiallehrer ist im Februar in sein neues Haus im idyllischen Nottensdorf gezogen und hat noch immer keinen Telefon- und Internetanschluss. "Schuld daran ist die Telekom", sagt Lucas.
Er habe bei dem Unternehmen bereits im Oktober 2016 eine Breitbandleitung für seine Doppelhaushälfte beantragt. Im März 2017 teilte die Telekom ihm mit, dass die Schaltung einer solchen Breitbandleitung nicht möglich sei.
"Ich wusste, dass das nicht stimmen kann", sagt der frisch gebackene Hausbesitzer, der zum Telefonieren immer auf die Terrasse gehen muss, weil der Handyempfang im Haus zu schlecht ist. Einige seiner Nachbarn, die schon länger dort wohnen, seien Kunden des Telefonanbieters EWE und nutzen eine Breitband-Leitung mit hoher Datenübertragungsrate (100 Mbit). Das habe die EWE, bei der er auch Kunde werden will, ihm mitgeteilt, sagt Lucas.
Er hat den Verdacht, dass die Telekom bewusst die Freischaltung der Leitung verzögert, damit er womöglich doch einen Telekom-Vertrag abschließt. Dann müsste Lucas sich aber mit einer 6 Mbit-Leitung zufrieden geben.
Lucas kritisiert, dass es unmöglich sei, einen Ansprechpartner bei der Telekom zu finden. Niemand sei zuständig. Eine Lösung sei nicht in Sicht.
Im Internet surft Lucas übergangsweise über die congstar GmbH, ironischerweise eine Tochtergesellschaft der Telekom. Den Vertrag kann er monatlich kündigen.
Nachdem sich das WOCHENBLATT in den Fall eingeschaltet hat, scheint nun aber dich ein Happy End in Sicht. Pressesprecherin Stefanie Halle sagt: "Wir können die Vorwürfe von Herr Lucas nicht nachvollziehen. In unserer Datenbank war eine nicht korrekte Leitungslänge eingegeben. Die Leitungsangaben wurden inzwischen korrigiert und Herr Lucas wird sein Wunschprodukt buchen können."

• Die Situation von Thomasz Lucas erinnert an einen ähnlichen Fall in Nottensdorf vor drei Jahren. Schon damals stellte das WOCHENBLATT die Frage, ob die Telekom im Ort ihre einstige Monopolstellung ausnutzt und den Wettbewerb freier Telefonanbieter behindert.
Betroffen waren damals die Mieter in drei neuen Doppelhäusern am Ortsrand, die ebenfalls mehr als ein halbes Jahr lang auf ihre Anschlüsse warteten. Die WOCHENBLATT-Recherchen brachten auch hier Bewegung in die Sache und führten dazu, dass die Mieter schließlich doch ihre Anschlüsse bekamen.