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Wer in "Harry's Bahnhof" einkehrt, trinkt sein Bier an zwei Orten gleichzeitig

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lt. Dollern. Bing, bing, bing... die Bahnschranken schließen sich, ein Zug fährt ein - Das ist Musik in den Ohren von Harry Kliche (66). Der Bahnhofsgastwirt aus Dollern macht seinen Job mit Leib und Seele. Und das kurioserweise sogar an zwei Orten gleichzeitig. Mitten durch den alten Bahnhof verläuft nämlich die Gemeindegrenze zu Agathenburg.
"Wer drinnen sein Bier trinkt, sitzt in Dollern, wer im Garten seinen Durst löscht, tut das in Agathenburg", sagt Harry. Der pensionierte Bundesbahnbeamte räumt aber mit dem Gerücht auf, dass die Grenze mitten durch den Tresen verläuft. Der erste Gastwirt, der den Schankbetrieb seit ca. 1900 führte, habe das behauptet und sich einen Spaß daraus gemacht. Auf der rechten Seite saßen dann die Agathenburger, links zechten die Dollerner.
Als Harry Kliche die Gaststätte 1985 kaufte, erfüllte sich der Bahnhofsliebhaber einen Herzenswunsch. Schon als kleiner Junge hatte er dem damaligen Wirt geholfen, Leergut in den Keller zu tragen. Und Harrys Vater verkaufte rund 30 Jahre Bahnfahrkarten in Dollern. "Dass ich hier leben und arbeiten kann, macht mich glücklich", sagt Harry, der sich noch daran erinnert, wie früher die Dampfloks über die Schienen schnauften.
Und während Harry sein nächstes Bier zapft, fährt wieder ein Zug in den Bahnhof ein. Bing, bing, bing...

Übrigens: Auch in Horneburg gibt es einen kuriosen Verlauf von Gemeindegrenzen. Im scherzhaft so bezeichneten "Dreiländereck" auf dem heutigen Aldi-Parkplatz treffen Horneburg, Nottensdorf und Bliedersdorf aufeinander. Früher war dort ein Sportplatz und die Fußballer rannten innerhalb eines Spiels durch drei Kommunen, berichtet Samtgemeindebürgermeister Matthias Herwede.