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Burger King reagiert auf Wallraff-Vorwürfe: Umstrittener Geschäftsführer Yildiz geht

Nach dem RTL-Bericht über die Zustände in einigen "Yi-Ko"-Filialen ist vielen erst mal der Appetit auf Burger vergangen
jd. Stade. Nach RTL-Sendung über Ekel-Zustände in Filialen des Fastfood-Riesen tritt Chef der "Yi-Ko Holding" ab. Den Chefs von "Burger King Deutschland" schlug die Sache wohl auf den Magen: Nachdem Reporter des Fernsehsenders RTL hygienische Missstände in einigen Filialen aufgedeckt hatten, ging die Münchner Zentrale in die Offensive: Die Fastfood-Kette ließ per Pressemeldung verbreiten, dass der Stader Unternehmer Ergün Yildiz, zu dessen "Yi-Ko Holding" die von RTL ins Visier genommenen "Burger King"-Restaurants gehören, seinen Hut nimmt.

Es war ein kometenhafter Aufstieg: Yildiz, der zuvor nur Betreiber der "Burger King"-Restaurants in Stade und Cuxhaven war, kaufte im Mai 2013 die "Burger King GmbH" mit 91 deutschen Standorten. Für den Mega-Burger-Deal gründete Yildiz mit seinem Geschäftspartner, dem russischen Franchise-Mogul Alexander Kolobov, die "Yi-Ko Holding". Das Unternehmen kommt nach dem RTL-Bericht über mangelhafte Zustände und miserable Arbeitsbedingungen in "Yi-Ko"-Restaurants nicht aus den Schlagzeilen.

Die Geschäfte der "Yi-Ko Holding" standen von Anfang an unter keinem guten Stern: Kurz nachdem die Holding von der Konzernmutter die "Burger King GmbH" (rund 3.100 Mitarbeiter) übernommen hatte, hagelte es Kritik. Während Kolobov offenbar nur als Geldgeber fungierte, war Yildiz "der Mann fürs Grobe" (Zitat Focus): Wie unter anderem der Spiegel berichtete, habe der Stader Geschäftsmann Betriebsvereinbarungen gebrochen und gegen Arbeitnehmerrechte verstoßen.

Die Gewerkschaft NGG gewährte nach eigener Auskunft in mehr als 300 Fällen Rechtsschutz, weil "Burger King"-Mitarbeitern Überstundenvergütungen, Urlaubsgeld und Lohnfortzahlungen bei Krankheit vorenthalten worden seien. Das Fass zum Überlaufen brachten jetzt die Enthüllungen des RTL-Magazins "Team Wallraff".

Nach der Sendung brach über die Facebook-Seite von "Burger King" ein regelrechter "Shitstorm" herein: Tausende User machten ihrem Unmut Luft und posteten wüste Beschimpfungen. Nach anfänglichem Schweigen reagierte die Konzern-Zentrale: "Wir bedauern zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben und werden alles tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen", erklärte Andreas Bork, Chef von "Burger King Deutschland". Die operative Verantwortung für alle "Yi-Ko"-Restaurants übernehme Nicole Gottschalk, die bislang die Franchise-Partner betreut habe. Ergün Yildiz sei von allen operativen Aufgaben zurückgetreten, bleibe aber passiver Gesellschafter, teilte der Konzern auf WOCHENBLATT-Anfrage mit.

Bork kündigte an, dass alle geschäftlichen Entscheidungen der "Yi-Ko Holding" künftig der Zustimmung durch die "Burger King Deutschland" bedürfen. Ziel sei es, die "Missstände sofort zu beseitigen" und die Einhaltung der "hohen Qualitätsstandards" sowie "faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung" sicherzustellen. Yildiz kam der Bitte um eine Stellungnahme nicht nach.