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Prozessauftakt gegen den "Amok-Fahrer von Stöckte"

Der Angeklagte mit Strafverteidigerin: Zu den Vorwürfen der Anklage schwieg er
mi. Lüneburg. Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg begann jetzt unter großer Medienaufmerksamkeit der Prozess gegen den „Amok-Fahrer“ von Stöckte. Am ersten von fünf angesetzten Prozesstagen wurde allerdings nur die Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft verlesen.
Darin wird dem 44-jährigen Betriebswirt vorgeworfen, im vergangenen März in Stöckte mit seinem Pkw absichtlich in eine Faslamsgruppe hineingefahren zu sein und dabei zwei Männer erheblich verletzt zu haben. Erst sei der Beschuldigte immer wieder im Zick-Zack-Kurs auf am Straßenrand stehende Faslamsjünger zugefahren, dabei touchierte er eine Person und verletzte sie leicht. Dann raste er mit 50 km/h ungebremst in eine Gruppe von zwei Personen. Der Aufprall sei so stark gewesen, dass diese über die Windschutzscheibe des Autos in den Straßengraben geschleudert wurden, heißt es in der Anklageschrift. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und gefährliche Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass der Mann psychisch krank ist. Deswegen und weil laut Staatsanwaltschaft weitere für die Allgemeinheit gefährliche Handlungen von ihm zu erwarten sind, strebt sie die dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik an.
Als Richter Franz Kompisch den Angeklagten nach Verlesung der ihm vorgeworfenen Taten fragte, ob er sich zur Anklage äußern wolle, sagte der Mann nur: „Nein, das kenne ich ja alles schon.“
Zu dem Prozess sind 14 Zeugen und drei psychiatrische Gutachter geladen.
Der nächste Verhandlungstag ist Donnerstag, 11. September, um 9.30 Uhr (Saal 21) im Lüneburger Landgericht.