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Nach Flexstrom-Aus: Der Kunde zahlt doppelt

Schwer enttäuscht von Flexstrom: Uwe Möller aus Brackel (Foto: oh)
(mum). „Man hätte den Strommarkt niemals privatisieren dürfen“, sagt Uwe Möller (69). Der Rentner aus Brackel (Samtgemeinde Hanstedt) ist einer von mehr als 500.000 Kunden, die die mögliche Pleite des Berliner Stromanbietes Flexstrom hart trifft. Das Unternehmen, das zu den größten konzernunabhängigen Stromanbietern in Deutschland gehört, hatte am Freitag Insolvenz angemeldet. Auch die Tochtergesellschaften OptimalGrün und Löwenzahn Energie sind betroffen. Nach Teldafax ist es bereits die zweite Pleite eines Billigstromanbieters in zwei Jahren. Wie Flexstrom mitteilte, sei das Unternehmen „profitabel, aber nicht mehr liquide“. Ursache für die Insolvenz sei „vor allem die schlechte Zahlungsmoral der Kunden“.
Diese Begründung treibt Möller die Zornesröte ins Gesicht. Der Brackeler wartet seit Januar darauf, dass ihm ein Guthaben in Höhe von 449 Euro zurückerstattet wird. Stattdessen wurde der monatliche Abschlag sogar um 50 Euro erhöht. „Ich hätte schon beim Vertragsabschluss hellhörig werden sollen“, sagt Möller. Mit Hinweis auf einen per E-Mail verschickten Vertrag, den er niemals erhalten habe, wurden anfangs fast 240 Euro mehr im Monat abgebucht als vereinbart.
Möller wird, davon gehen Energie-Experten aus, das Guthaben nicht mehr erstattet bekommen. Und was noch schlimmer ist: Das Geld der Kunden, die für das Jahr im Voraus gezahlt haben, ist weg. Sie zahlen doppelt - zusätzlich den Tarif des neuen Anbieters. Außerdem könnte ein Insolvenzverwalter sogar gezahlte Gutschriften zurückfordern. Aber: Niemand muss fürchten, ohne Strom darzustehen. „Aufgrund der Grundversorgungsverpflichtungen springen die kommunalen Versorger ein, wenn es erforderlich wird“, sagt Jan Bauer, Vertriebsleiter der Buchholzer Stadtwerke.