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Polizei schnappt Geldautomaten-Sprenger

Im September vergangenen Jahres sprengten die Täter diesen Geldautomaten in Bendestorf (Foto: archiv kb)
thl. Lüneburg/Bendestorf/Brackel. Mega-Fahndungserfolg für die Polizei: Fahnder des Fachkommissariates Bandenkriminalität (FK Bande) aus Lüneburg haben einer fünfköpfigen Gruppierung aus Polen das Handwerk gelegt, auf deren Konto die Sprengung von 20 Geldautomaten sowie diverse Pkw-Diebstähle gehen. Der Hauptdrahtzieher (35) und ein Komplize (26) sitzen bereits in U-Haft.
Anfang September vergangenen Jahres kam es innerhalb einer Stunde zu zwei Geldautomatensprengungen in Unterlüß (Landkreis Celle) und Wriedel (Landkreis Uelzen). In beiden Fällen gingen die Ganoven jedoch leer aus. Anders wenige Tage später, als die Täter erst einen Automaten in Bendestorf in die Luft jagten und unmittelbar danach in Brackel zuschlugen. Dort erbeuteten sie eine erhebliche Menge Bargeld (das WOCHENBLATT berichtete).
Die Täter flüchteten mit einem Pkw Audi A6, den sie Stunden zuvor im Bereich Lüneburg entwendet hatten. Der Wagen wurde einige Wochen später nach einer weiteren Tat in Hamburg-Neuenfelde aufgefunden. Am Wagen befanden sich Kennzeichen, die die Täter in Winsen erbeutet hatten.
Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte das FK Bande die Ermittlungen übernommen. Die Ermittlungen ergaben, dass bei den Tatausführungen bis zu fünf Täter agierten. "Ferner ergaben sich Hinweise darauf, dass es sich um polnische Täter handeln dürfte", so Volker Schäfer, Leiter des FK Bande. Dieser Verdacht habe sich im Lauf der Ermittlungen konkretisiert.
Mitte Februar dieses Jahres gelang es den Beamten mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften zwei Täter in einer Bankfiliale in Lüthorst,
Landkreis Northeim, auf frischer Tat festzunehmen.
In der vergangenen Woche erfolgten im Beisein von Beamten des FK
Bande durch polnische Polizeibeamte diverse Durchsuchungen bei weiteren Tatverdächtigen in Polen. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial aufgefunden und sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
"Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund drei Millionen Euro", sagt Schäfer. "Zudem haben die Täter eine hohe Gefährdung von Unbeteiligten billigend in Kauf genommen. Denn in einigen Gebäuden, in denen Automaten gesprengt wurden, befinden sich auch Privatwohnungen."